Kritik zu Paradise Lost MEDUSA

Paradise Lost MEDUSA

Doom Metal, Nuclear Blast/Warner (8 Songs / VÖ: 01.09.)

5/ 7
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Die wohlige Überraschung von THE PLAGUE WITHIN hält nach wie vor an – zu schön war und ist es, wie gekonnt Paradise Lost 2015 ihre jahrzehntelange stilistische Entwicklung mit einem nostalgischen, aber keineswegs verzweifelten oder gar uninspirierten Rückblick in die eigene Vergangenheit krönten. Nun tun sie es wieder: MEDUSA (seines Zeichens Album Nummer 15!) kriecht doomig, aber mit intensiver Wirkung am Boden, atmet Schwere und Schwermut, kokettiert aber auch mit übermächtigen Riff-Melodien, denen sich der Hörer nur schwer entziehen kann.

Nick Holmes gelingt dazu eine abwechslungsreiche wie stimmige Gesangsleistung: Meist mäandert er growlend durch düstere Tiefen, immer wieder schimmert aber auch sein wunderbarer Klargesang durch und erhellt das Dunkel. Besondere Akzente setzen der doomige Achtminuteneinsteiger ‘Fearless Sky’ (Signalwirkung: Ja! Sie tun es wieder!), aber auch das flotter voranschreitende ‘From The Gallows’. In besonderem Maß besticht auch der Titel-Track mit seinen dominant bestimmenden Gitarrenmelodien, melodisch akzentuiertem Klargesang und stimmigen Klavierakzenten.

Die größten Stärken von MEDUSA verstecken sich jedoch am Ende: Zum einen der spannende Doomer ‘Until The Grave’, der den Hörer mit seinen Kontrasten um den Verstand bringt; zum anderen das wunderbar aggressive, aber ebenfalls erhabene ‘Blood And Chaos’: Die beiden offenkundigen Hits zeigen die ungebrochene Relevanz der Engländer, lassen zugleich aber auch erkennen, was dem ein oder anderen zu introvertiert geratenen Stück zuvor fehlt. Dass diese Erkenntnis Jammern auf verdammt hohem Niveau bedeutet, dürfte klar sein.

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