Star Trek: Beyond Science-Fiction

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Die Enterprise ist im dritten Jahr ihrer legendären Fünf-Jahres-Mission – und Captain James T. Kirk (überzeugend: Chris Pine) ist Amts- und Weltraummüde. Nichts passt besser, als der Besuch auf der riesigen Raumstation Yorktown (die in ihrer Dimension und Bebauungsdichte beinahe entfernt an Coruscant erinnert), bei der sich Kirk als Vize-Admiral von der Enterprise wegloben lassen möchte. Auch Spock (Zachary Quinto) hat keine Lust mehr auf die Sternenflotte. Stattdessen will er das Erbe des älteren Spock antreten – eine schöne Ehrung des im Februar 2015 verstorbenen Leonard Nimoy.

Doch es kommt wie es kommen muss: Ein Hilferuf, eine Falle, ein unüberwindlicher Feind, viel Action, viel Tamtam und viel CGI! Star Trek Beyond fühlt sich über weite Strecken weniger wie eine klassische Star Trek-Verfilmung, sondern eher wie eine Mischung aus aktuellem Blockbuster-Material an: Mal tendiert man in Richtung Guardians Of The Galaxy, mal Richtung Avengers. Auch Star Wars-Einflüsse spielen, wie schon in den ersten beiden Filmen nach dem Reboot, eine wichtige Rolle.

In den zahlreichen und herzergreifend sympathisch inszenierten Gesprächen zwischen den Crew-Mitgliedern blitzt dabei oftmals die situative Klasse von Autor Simon Pegg auf, der in seiner Rolle als Scotty erneut brilliert. Generell ist der Cast der Crew das Einzige, was Star Trek Beyond über dem Action-Mittelmaß hält: Egal ob die kleinen Frotzeleien zwischen Pille und Spock, der hervorragende Checkov (tragisch und viel zu jung verstorben: Anton Yelchin), Uhura (Zöe Saldana) oder der angenehm beiläufig (und spannenderweise gegen den Willen seines Ur-Schauspielers und Schwulen-Ikone George Takei) als homosexuell geoutete Sulu (John Cho): Alle füllen auch im dritten Film die großen Schuhe ihrer Vorgänger mit Bravour. Auch Gegenspieler Krall (eindrucksvoll: Idris Elba) funktioniert, wenngleich auch weitestgehend nur über seinen archetypischen Hass.

Wo die Crew-Inszenierung sitzt, sind Story und Action über weite Strecken aber viel zu beliebig. Zwar wird die anfängliche Zerstörung der Enterprise wuchtig inszeniert, die spätere Entwicklung der vorhersehbaren Handlung ist aber durch Längen und viel redundante Action künstlich gestreckt. Hier hätte sich weniger auf Bildgewalt und Krachbumm konzentrieren, sondern eher an die Kern-Werte des Star Trek-Universums halten sollen – Charaktere, Gespräche und vor allem die Enterprise, die in diesem Film bestenfalls Wegwerf-Beiwerk ist und trotz ihrer epischen Vernichtung kaum eine Rolle spielt. Zudem ist die Kulisse des Steinplaneten einfach nur hässlich – das hat zwar gute Star Trek Tradition, wirkt aber angesichts der auf Hochglanz polierten Schiffe und Innenräume etwas billig.

Star Trek Beyond ist letztlich aber kein echter Reinfall – zu gut sind Cast, Dialoge, Witz und Tempo, zu interessant und wichtig die Einheit-Gleichheit-Brüderlichkeit-Message und zu bildgewaltig die Action. Es hätte nur insgesamt einfach etwas weniger sein dürfen.


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