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Stone Sour House Of Gold & Bones Part 1

Alternative, Roadrunner/Warner 11 Songs / 44:10 Min. / 19.10.2012

6.0/ 7
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Foto: METAL HAMMER

Geduld ist die wichtigste ­Voraussetzung, um in HOUSE OF GOLD & BONES PART 1 die Orientierung zu gewinnen. Denn Stone Sour legen mit ihrem vierten Album nichts weniger als ihr bislang ambitioniertestes, umfangreichstes und intensivstes Werk vor und nabeln sich endgültig vom Etikett des alternativ rockenden Slipknot-Seitenprojekts ab. Klar hagelt es Hits, aber diese verstecken sich hinter dem Gesamtwerk, sind also nicht Träger, sondern Teil des kompletten Pakets. Man muss etwas Zeit investieren, um das neue Stone Sour-Werk zu zerlegen, entdecken und verstehen.

HOUSE OF GOLD & BONES PART 1 ist, wie der Name schon sagt, der erste Teil und Einstieg in ein komplexes Konzeptalbum, bei dem eines zum anderen gehört, Übergänge ineinander fließen, Themen wieder aufgegriffen werden und sich Texte, Artwork und die geplante Live-Umsetzung zu einem großen Ganzen verbinden. Das Grundgerüst ist die Coming-of-age-Geschichte eines jungen Mannes, der an der Schwelle zwischen jugendlicher Unbeschwertheit und den Herausforderungen des Erwachsenenlebens steht. Thematisch lassen sich Parallelen zu THE WALL von Pink Floyd finden, während Stone Sour musikalisch mit einer bislang noch nicht gezeigten Variabilität überraschen. HOUSE OF GOLD & BONES PART 1 schlägt den Bogen von opulentem Power-Rock der Siebziger (‘Taciturn’) zur düsteren Melancholie von Alice In Chains, pendelt zwischen großen Gefühlen (‘The Travelers’), elektronischen Tupfern (‘Influence Of A Drowsy God’), brutalem Thrash-Riffing (‘RU486’) und saftigem Metallica-BLACK ALBUM-Punch ­(‘Absolute Zero’).

Neben der stilistischen Öffnung der Band ist vor allem die Gesangsleistung von Corey Taylor bemerkenswert, der die Emotionen des Charakters in jeder einzelnen Silbe authentisch transportiert, und dabei von wütendem Slipknot-Gebell mit geschwollener Halsschlagader bis hin zum verschwörerischen ­Geoff Tate-Gemurmel die gesamte Palette seines Könnens präsentiert. Musikalisch und inhaltlich ist HOUSE OF GOLD & BONES PART 1 also ein überraschender, großer Wurf. Trotzdem wage ich es nicht, jetzt schon die Höchstnote zu ziehen, denn erst mit dem für 2013 angekündigten zweiten Teil wird sich zeigen, ob das Konzept insgesamt stimmig ist. Womit wir wieder beim eingangs erwähnten Faktor Geduld wären. Doch mit so einer starken Vorlage kann eigentlich nichts schiefgehen…

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