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Stone Sour HYDROGRAD

Heavy Rock, Roadrunner/Warner (15 Songs / VÖ: 30.06.)

6/ 7
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Sich auf die eigene Schulter zu klopfen, kommt meistens nicht wirklich gut rüber. Frontmann Corey Taylor pfeift darauf – die nunmehr sechste STONE SOUR-Scheibe sei so verdammt gut, die Leute würden ausflippen, prognostizierte er jüngst in einem Interview. HYDROGRAD kann tatsächlich einiges (ob Anlass zum Durchdrehen besteht, muss jeder selbst einordnen).

Der merklichste Unterschied zum Vorgänger HOUSE OF GOLD & BONES II (2013) ist die Ungezwungenheit, die dem Album innewohnt. Während der zweite Teil des auf Doppelalbumlänge angelegten Konzeptwerks oft sperrig und soundtrack-haft wirkt, sprudelt HYDROGRAD geradezu über vor Direktheit und Spielfreude. Entfacht haben Stone Sour diese Tugenden beim Eintrümmern der EPs MEANWHILE IN BURBANK… und STRAIGHT OUTTA BURBANK… (beide 2015).

Ohne das Korsett einer Geschichte, die erzählt werden muss, kann das US-Quintett nun das tun, was es am besten kann: nach vorne rocken und Refrains zum Reinlegen kreieren. Der Opener ‘Taipei Person/Allah Tea’ geht beispielhaft voran – die Gitarristen Josh Rand und Christian Martucci lassen das Haupt-Riff gleichzeitig springen und drücken, Schlagzeuger Roy Mayorga und Bassist Johny Chow tragen den Song während der luftigen Strophe schwungvoll weiter, im Chorus entlädt sich eine ungeheure Energie, und hinten raus wird gepflegt soliert sowie zermalmt.

‘Knievel Has Landed’ und ‘Thank God It’s Over’ funktionieren nach einem ähnlichen Strickmuster, im Titel-Track hingegen lassen Corey und Co. geschickt Stimmungen gegeneinander laufen und in einen bittersüßen Kehrvers münden. Überhaupt legen die Alternative-Rocker enormen Wert auf das Chorusschmieden, wie unter anderem die knapp an Anbiederung vorbeischrammende Liebelei ‘Song #3’ vereinnahmend beweist.

Im wilden Stilmix bildet ‘Fabuless’ so etwas wie die Brechstange, ‘The Witness Trees’ die grüblerische Power-Ballade, ‘Rose Red Violent Blue (This Song Is Dumb And So Am I)’ das Nonsens-Pläsier und ‘St. Marie’ die fürs Lagerfeuer prädestinierte Country-Kuschelnummer. Wie Taylor und Rand im Interview (ab Seite 20) herausstellen, haben Stone Sour all dies mehr oder weniger in vollem Umfang live eingespielt, was HYDROGRAD einen äußerst organischen Vibe verpasst.

Die Jungs müssen im Studio auf einer nicht enden wollenden Welle der Kreativität und Gaudi gesurft sein – und das hört man!

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