Eine knappe Dekade (respektive Ewigkeit) nach SHANGRI-LA DEE DA nun also das neue Album-Lebenszeichen der Alternative Rock-Band, deren eindeutige genetische Zugehörigkeit zur Grunge-Gattung immer ein Streitfall war. Wo Nirvana den Punk-Geist priesen, Pearl Jam Neil Young sowie Soundgarden und Alice In Chains verstärkt Black Sabbath und Siebziger-Hard Rock, machten es sich die Pilots zunehmend auf den Drogen-geschwängerten Schäfchenwolken des psychedelischen Pop-Bewusstseins bequem.
Und genau hier geht – nach Sänger Scott Weilands Velvet Revolver-Zwischenstopp – der Flug auch konsequent weiter: Bunte Beatles-Anleihen (‘Dare If You Dare’), der Jane’s-Addiction-Funk-Faktor von ‘Haze Daze’ oder das großartige Cabrio-Kabinettstück ‘First Kiss On Mars’ sind keineswegs Gründe, das Holzfällerhemd zu entstauben, sondern eher das poppige Paisley-Shirt aus der Mottenkiste zu holen.
Erstaunlich unverkrampft, unverkopft, lässig sowie ohne jeglichen Rehabilitations-Rocker-Zwang gibt es hier entspannte Westküsten-Impressionen im Sechziger-Gewand. Und schon in der ersten Album-Hälfte finden sich hier mehr berührende Songs und genuine Momente als auf der kompletten zweiten Velvet Revolver.
Frank Thiessies
Diese und viele weitere Rezensionen gibt es in der Juni-Ausgabe des METAL HAMMER.
ÄHNLICHE KRITIKEN
Black Sabbath :: THE ULTIMATE COLLECTION
Black Sabbath :: Live...Gathered In Their Masses
Black Sabbath :: 13
ÄHNLICHE ARTIKEL
Metal in Italien: Ein Land in fünf Akten
Italienischer Metal ist eine Symphonie aus Mythen, Horror und orchestraler Wucht. Wir blicken auf fast sechs Dekaden Musikgeschichte zurück.
Black Sabbath-Aufnahmen: Sharon einigt sich mit 1. Manager
Sharon Osbourne hat gute Neuigkeiten zu den frühen Black Sabbath-Demos, die der einstige Manager der Band veröffentlichen wollte.
Tommy Clufetos wusste schon immer, er würde groß spielen
Schlagzeuger Tommy Clufetos (u.a. Ozzy Osbourne, Black Sabbath) wusste schon immer, dass er zu mehr bestimmt ist als in Bars zu spielen.
