Venom haben der Metal-Szene in den Achtzigern ganz deutlich ihren Stempel aufgedrückt. Aber natürlich stellt sich die Frage (wie schon in den letzten Jahren), wie groß der Stellenwert der Truppe um Frontmann und Ur-Mitglied Cronos heute noch ist. Antwort: überschaubar.
HELL ist kein schlechtes Album geworden, erreicht aber nicht ganz die Güte des Vorgängers METAL BLACK (2006). Dies liegt in erster Linie an der Gleichförmigkeit, mit der die 13 Nummern im gewohnten „Nicht-Sound-Format“ an einem vorbeirumpeln. Das Titelstück und ‘Hand Of God’ lassen mal kurz aufhorchen, der Song ‘USA For Satan’ bringt einen ob seiner billigen Provokation (mitsamt verhunzter US-Hymne) vielleicht noch zum Schmunzeln. Der Rest ist nett und erinnert bisweilen sehr deutlich an Motörhead im Proberaum, kommt aber unspektakulär über den Deich, was für eine Band, die einstmals angetreten ist, um zu schocken, kein Kompliment sein kann.
Das Trio hat ein ähnliches Problem wie Alice Cooper: Die Zeiten haben sich geändert, und was 1983 die Öffentlichkeit empörte, läuft heute im Kinderprogramm. Allerdings können sich Cronos, Antton und Rage auf eine treue Fan-Basis verlassen, die HELL ohne mit der Wimper zu zucken kaufen wird.
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