Kritik zu Victorious HEART OF THE PHOENIX

Victorious HEART OF THE PHOENIX

Power Metal, Massacre/Soulfood (11 Songs / VÖ: 13.1.)

3/ 7
teilen
twittern
mailen
teilen
von
Foto: Promo

Willkommen im Herz des Klischees! Auf ihrem vierten Album grasen Victorius alle Flächen ab, die einem beim Schlagwort „Power Metal aus Deutschland“ in den Sinn kommen. Helden, Schwerter, Hämmer, Regenbögen, Phönixvögel – die Song-Titel verraten bereits viel. Gar alles? Nicht ganz – speziell beim Gesang setzt das Quintett eigene Akzente. Hohe Töne ist man als Fan des Genres gewohnt, David Baßin jedoch wirkt regelrecht feminin. Das ist sicher kein Minuspunkt, der Sänger klingt durchaus einzigartig und angenehm – ohne wirkliche Spitzen, aber auch arg gefällig. Damit passt er natürlich wunderbar auf HEART OF THE PHOENIX, denn das Album als Ganzes hat ein ähnliches Problem.

Der Titel-Song und ‘Empire Of The Dragonking’ kommen mit starkem Hammerfall-Anstrich daher: Die galoppierenden Gitarren und Drums, der anstachelnde Gesang, die erhabenen Momente und starken Power Metal-Melodien in Stimme, Riffs und Soli gehören zu den besten Momenten des Albums! Auch ‘End Of The Rainbow’ erinnert im Refrain naturgemäß an den (fast) gleichnamigen Song der schwedischen Hammerschwinger, bleibt in Sachen Hit und Ohrwurmhärtegrad zwar zurück, macht mit flirrendem Solo und kämpferischer Gesangsmelodie aber ordentlich Spaß. Bei ‘Sons Of Orion’ dagegen drängt sich ein käsiges Stratovarius-Keyboard in den Vordergrund, ‘A Million Lightyears’ tanzt (mit weiblichem Gastgesang) auf dem schmalen Grat zwischen epischem Kitsch und Schlager-Metal – und fällt unterwegs auf der falschen Seite runter.

Auch Härteres wie ‘Hammer Of Justice’ oder ‘Die By My Sword’ würde mit weniger Keyboard und mehr Gitarrenwucht noch besser gefallen, zumal die beliebigen Strophen oft arg gegen die Refrains abstinken. Bereits eine knackigere Produktion, die weniger Plüsch und mehr Druck erzeugt, hätte viel ausgemacht. In dieser Form kommen Victorius zu selten über „nett“ hinaus. Im aktuellen Soundcheck haben Lancer mehr Metal-Eier.


ÄHNLICHE KRITIKEN

Holy Martyr :: DARKNESS SHALL PREVAIL

Firewind :: IMMORTALS

Civil War :: THE LAST FULL MEASURE


ÄHNLICHE ARTIKEL

Manowar: Ross The Boss putzt Joey DeMaio runter

Ross Friedmann aka Ross The Boss schießt scharf gegen Manowar und Joey DeMaio: "Ich muss nicht in einer Band mit einem Tyrannen sein."

Die besten Power/True/Melodic/Heavy Metal-Alben 2021

Den kompletten ultimativen Jahresrockblick gibt es brandheiß und druckfrisch in der aktuellen METAL HAMMER-Januarausgabe!

Rage-Mitgründer Jochen Schroeder verstorben

Mit einer heutigen Pressemitteilung macht die deutsche Power Metal-Band Rage bekannt, dass Ex-Mitglied Jochen Schroeder verstorben ist. Er soll unter tragischen Umständen ums Leben gekommen sein.

teilen
twittern
mailen
teilen
Eddie im Porträt: Seine Metamorphosen im Überblick

Erst vor wenigen Tagen datierten Iron Maiden die Veröffentlichung ihres 17. Studioalbums SENJUTSU auf den 3. September. Im Rahmen der Ankündigung enthüllte die Band auch das zugehörige Cover. Auf ihm präsentiert sich das wohl bekannteste Band-Maskottchen des Heavy Metal-Universums als blutdürstiger Samurai. In detailverliebten Bildern illustriert das Musikvideo zur ersten Single ‘The Writing On The Wall’ seine eindrückliche Metamorphose. Es verdeutlicht: Eddie ist ein Verwandlungskünstler. Im Folgenden deshalb ein Versuch, seine umfassende, mittlerweile 41-jährige Geschichte in wenige Worte zu fassen. https://www.youtube.com/watch?v=FhBnW7bZHEE&ab_channel=IronMaiden Schattige Gasse Erstmalig trat Eddie am 8. Februar 1980 in Erscheinung. Vom Rande einer düsteren Gasse blickte er hinterhältig…
Weiterlesen
Zur Startseite