Das peinliche Wortspiel sei erlaubt: So ein wenig ist den an Kriegsepen wie I KRIG und MILORD gestählten Norwegern Vreid die Munition ausgegangen. Stattdessen dürfen sie sich jetzt den Mythos Windir, aus denen sie nach dem tragischen Tod von Chefdenker Terje Bakken hervorgegangen sind, endgültig fett aufs Banner schreiben: Mit dem Neuzugang von Gitarrist Stian Bakketeig sind jetzt bis auf den Keyboarder alle Ex-Windir-Mannen versammelt.
Das direkte Erbe der Viking Black Metal-Legende wollen sie damit trotzdem nicht antreten, aber die Ausweichmanöver führen auf V in teils recht unerquickliches Terrain: Der Black’n’Roll-Vibe früher Vreid-Alben ist völlig verschwunden, dafür herrschen eine geradezu klinische Riffkultur und leblos heiserer Gesang, in denen hier und da geschmäcklerisch melodische Wendungen vergeblich Atmosphäre zu schaffen versuchen.
Immerhin: Die übertrieben schroffe Gangart der ersten Hälfte weicht mit dem gut zehnminütigen ‘The Other And The Look’ traditonellerer Black Metal-Klangkunst. Ein klares Unentschieden also, was dieses Album angeht – und bedenklicherweise auch, was die Vision der Band betrifft.
ÄHNLICHE KRITIKEN
‘The Outpost – Überleben ist alles’
‘The Outpost – Überleben ist alles’ mit Orlando Bloom und Scott Eastwood zeigt die bedrohliche Lage eines US-Außenpostens am afghanischen...
Patria :: MAGNA ADVERSIA
Hetroertzen :: UPRISING OF THE FALLEN
ÄHNLICHE ARTIKEL
Metal in der Ukraine: Stromgitarren gegen Bombenalarm
Während in der Ukraine der Krieg tobt, erblüht die dortige Metal-Szene und trotzt dem andauernden Ausnahmezustand auf ganz eigene Weise.
Iran-Krieg: Tattoo- und Metal-Kreuzfahrt 2026 abgesagt
Tattoos, Metal und Mittelmeer – die zweite Wildcat Tattoo Cruise sollte Anfang Mai 2026 genau das liefern. Jetzt ist klar: Daraus wird nichts.
Venom kündigen neues Studioalbum an
Mit INTO OBLIVION veröffentlichen Venom schon bald ein neues Studioalbum. Eine erste Single ist bereits zu hören.
