Vorab: Bei ‘The Outpost – Überleben ist alles’ handelt es sich nicht um den typischen (Anti-)Kriegsfilm aus der US-Filmschmiede. Sprich: kein übertriebenes Pathos, keine langatmige Charaktervorstellung einzelner Helden. Stattdessen bemüht sich dieser Streifen darum, die Enge und Bedrohung vor einem unerbittlichen Gefecht darzustellen, das sich 2009 in dieser Art auch tatsächlich in Afghanistan zugetragen hat.

Nahezu ausschließlicher Handlungsort des ein wenig über zweistündigen ‘The Outpost – Überleben ist alles’ ist Camp Keating nahe der pakistanischen Grenze am Hindukusch. Wer auch immer auf die Idee kam, eine Basis in Feindesland in einer derartigen Lage zu errichten, gehört seines Amtes enthoben. An drei Seiten von Berghängen eingeschlossen, werden die Soldaten im Camp immeer wieder von den afghanischen Taliban von oben beschossen.

Ergebnislos bleiben zudem auch die wenigen Treffen mit den einheimischen Oberhäuptern der nahe gelegenen Dörfer. Hier bleiben zu viele Fragen offen und man hätte statt dem dümmlichen Männergehabe der US-Soldaten etwas mehr auf die äußeren Umstände beziehungsweise Sinn hinter der spezifischen Lage des Camps eingehen können.

Der Film bemüht sich eine Stunde lang, zumindest halbwegs die Protagonisten vorzustellen, und arbeitet währenddessen auf das dramatische Ende in Form einees 45-minütigen Kampfs gegen eine Überzahl von islamistischen Kämpfern hin. Die Dialoge und Szenen aus dem Camp mit den gelangweilten respektive ihre Angst überspielenden Soldaten sind teilweise schwer erträglich und triefen vor Klischees, teilweise sozialer Inkompetenz oder schlichtweg niedrigem IQ.
🛒 ‘The Outpost – Überleben ist alles’ bei AmazonDennoch bietet die packeende finale Stunde von ‘The Outpost – Überleben ist alles’ erschreckend realistische Kriegsszenen mit einer Kamera, die sich mitten im Geschehen befindet. Enge, Schmerz und Furcht werden von Schauspielern wie unter anderem Orlando Bloom, Caleb Landry Jones und Scott Eastwood getragen.

Beeindruckend ist zudem der Abspann, in welchem die echten (überlebenden) Soldaten eindringlich ihre Eindrücke von dem Geschehen schildern, was den Streifen letztendlich auch irgendwie rettet. ‘The Outpost – Überleben ist alles’ (ab 28.01.2021 als DVD/Blu-ray erhältlich, FSK: ab 16 ) ist kein Rohrkrepierer, sondern gehobenes Mittelmaß im überanstrengten (Anti-)Kriegsfilm-Genre.

ÄHNLICHE KRITIKEN
VREID :: V
Sturmgeist MANIFESTO FUTURISTA Review
ÄHNLICHE ARTIKEL
Jack Osbourne war beim UFC-Kampf vorm Weißen Haus
Jack Osbourne stänkert in einem Video gegen Leute, die ihn wegen seines Besuchs des UFC-Kampfs vorm Weißen Haus kritisiert haben.
Henry Rollins: Donald Trump hat keine Ahnung von Geographie
Black Flag-Legende Henry Rollins ist sauer — unter anderem auf US-Präsident Donald Trump und Kriegsminister Pete Hegseth.
Metal in der Ukraine: Stromgitarren gegen Bombenalarm
Während in der Ukraine der Krieg tobt, erblüht die dortige Metal-Szene und trotzt dem andauernden Ausnahmezustand auf ganz eigene Weise.
