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Saltatio Mortis: Auf den Punkt

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Das komplette Interview mit Saltatio Mortis findet ihr in unserer aktuellen METAL HAMMER-Septemberausgabe!

Der direkte Diskurs, den die Musiker bereits mit ‘Wachstum über alles’ (DAS SCHWARZE IXI) ankündigten, führte auch durch ZIRKUS ZEITGEIST und gipfelt vorerst in BROT UND SPIELE (Review siehe hier). Mit ihren Stücken geht für Saltatio Mortis die Pflicht einher, den Mund aufzumachen: „Wir können die Hörer durch ihre Begeisterung für die Musik ansprechen – eine Weise, wie sie jedem Lehrer, Elternteil, Partner oder Freund meist verwehrt ist“, sagt Alea. „Ich bin froh, in einer Band zu sein, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist.“

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Die Forderungen, mit ihrer Musik ausschließlich der Unterhaltung zu dienen, sind die Männer leid, wie Lasterbalk klarstellt: „Was mich im Zuge von ZIRKUS ZEITGEIST am meisten genervt hat, waren die Stimmen, die sagten, wir sollen uns aus der Politik raushalten. Das lasse ich mir nicht vorschreiben. Natürlich bin ich kein Politiker, und natürlich kann man komplexe Themen unserer Zeit nicht in zwei Strophen und einem Refrain abfrühstücken, das ist mir völlig klar, aber: Musik kann durchaus etwas bewegen“, macht Lasterbalk deutlich, und liefert damit die perfekte Überleitung zu ‘Dorn im Ohr’.

Bewusstsein schaffen

Die Kernaussage: „Musik mag keine Lösung sein, aber ein Dorn im Ohr.“ Denn Melodien und gesungene Worte haben durchaus die Kraft, ein Bewusstsein für gewisse Sachverhalte zu schaffen – der erste Schritt. Ob die Fans diesen Schritt gemeinsam mit der Gruppe gehen wollen, bleibt am Ende jedem Einzelnen selbst überlassen. „Ich stehe zu jedem Song auf dieser Platte und glaube, es geht allen in der Band so.

Welch ­größeres Glück gibt es für einen Musiker, als ausdrücken zu dürfen, was einem wichtig ist?“, bekräftigt Alea. So folgen die Spielleute vorranging ihrem eigenen Empfinden, dem altbekannten Bauchgefühl und der eigens festgelegten Leitlinie: „Unser einziger roter Faden ist, dass wir nicht stehenbleiben wollen. Stillstand ist nichts für uns. Wir müssen uns immer wieder mit uns und auch der musikalischen Umwelt auseinandersetzen“, macht Lasterbalk deutlich.

Das „Tagebuch der Schönheit“

Wer es jetzt allmählich mit der Angst zu tun bekommt, jeglicher Spaß und Frohsinn sei der Musik entwichen, darf beruhigt aufatmen. Natürlich finden wir auf BROT UND SPIELE auch heitere Melodien, fröhliche Texte und eine wohltuende sowie positive Leichtigkeit, die besonders Alea wichtig ist: „Ich versuche täglich, das Licht zu sehen und nicht im Dunkeln zu tröppeln. Das ist nicht meine Welt.“ Auf Facebook veröffentlicht der Sänger in regelmäßigen Abständen sogenannte „Lichtbilder“: kleine Herzmomente, sein persönliches „Tagebuch der Schönheit“, an dem er uns teilhaben lässt: „Damit habe ich nach der Trennung von meiner Frau angefangen.

Damals war ich ziemlich am Boden. Eine Bekannte hat mir die Geschichte einer Fotografin erzählt, die sich in einer schweren Zeit zu einem ähnlichen Konzept entschieden hatte. Sie hat täglich Fotos von Dingen gemacht, die ihr guttun, und das dann online gestellt. Aus dieser Idee heraus habe ich meine Lichtbilder gemacht.“

Mit diesen Worten erscheint der sowieso schon aufgeschlossene und ehrliche Frontmann noch ein Stück greifbarer, nimmt uns mit in eine schwierige Phase seines Lebens und zeigt auf, wie sehr doch – ganz banal gesagt – am Ende die alltäglichen, kleinen Freuden von großer Bedeutung sind.

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