Todd La Torre rekapituliert seinen Queensrÿche-Beitritt

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Todd La Torre und seine Band-Kollegen haben sich im Laufe der letzten zehn Jahre regelmäßig mit hysterischer Kritik konfrontiert gesehen, die vornehmlich von Fans ausgegangen war, die die 2012 beschlossene Neubesetzung am Queensrÿche-Mikrofon nicht hatten akzeptieren können. Während eines aktuellen Auftritts beim „Metal From The Inside“-Podcast sprach La Torre über das Ausmaß der Hasskommentare.

„Zuallererst müssen die Leute bedenken: Ich war auch ein großer Fan dieser Band. Also verstehe ich es. Die Leute denken: ‚Oh, nein, [Chris] DeGarmo [Original-Gitarrist von Queensrÿche]. Oh, kein Geoff. Und jetzt spielt Scott [Rockenfield, ursprünglicher Queensrÿche -Schlagzeuger] nicht mit ihnen‘ und bla bla bla. Ich verstehe diese puristische Mentalität“, erklärte er. „Gleichzeitig, wenn die Leute nicht miteinander auskommen, oder wenn die Leute es einfach nicht mehr machen wollen, aus welchen Gründen auch immer… Manche Leute sagen, ‚Oh, sie hätten den Namen einfach aufgeben und unter Rising West weitermachen sollen‘“, sagte er und bezog sich dabei auf den Namen, unter dem er und die anderen Mitglieder von Queensrÿche kurzzeitig aufgetreten waren, bevor Geoff Tate offiziell aus der Band flog.

Der Einstieg bei Queensrÿche

Todd La Torre berichtete während des Gesprächs von dem Druck, den der übermäßig hohe Anspruch auf Qualität als Nachfolger von Geoff Tate bei ihm ausgelöst hatte. „Ich hier anfing, dachte ich natürlich: ‚Oh mein Gott. Das ist eine Menge, der ich gerecht werden muss.‘ Aber das habe ich bereits bei Crimson Glory durchgemacht.“

Das Queensrÿche-Publikum wollte den Musiker jedoch spüren lassen, wie sehr sie der Wechsel enttäuscht hatte. „Vom ersten Tag an sagten die Leute, wie schrecklich ich klinge. Dass ich nicht die Bühnenpräsenz habe, dass ich nicht die Fülle in meiner Stimme habe oder was auch immer. (…) Ich habe die schrecklichsten Kommentare gelesen, die man sich vorstellen kann. Als mein Vater starb – er beging 2014 Selbstmord – erinnere ich mich, dass jemand sagte: ‚Ich würde mich erschießen, wenn mein Kind auch so singen würde.‘

Aber wisst ihr was? Es ist keine Reflexion über mich, wie ich als Sänger ankomme, es ist einfach nur eine Reflexion über sie. Vielleicht sind sie Musiker, die diese Chance nicht bekommen haben. Oder was auch immer der Fall ist ­– vielleicht ist es Neid, vielleicht ist es Eifersucht.

Schwer verurteilt

Die Leute nehmen die Dinge so persönlich, dass sie sagen: ‚Das ist meine Band.‘ Ich meine, wenn man sich die Sache mit Dimebag Darrell ansieht“ – er bezog sich auf den verstorbenen Pantera-Gitarristen, der auf der Bühne von einem Schizophrenen erschossen worden war, der geglaubt hatte, die Mitglieder von Pantera würden seine Gedanken stehlen – „dann heißt es: ‚Das sind nicht Pantera.‘ (…)

Und es gab Fälle, in denen ich Morddrohungen erhalten habe. ‚Du wirst eine verdammte Kugel fressen, wenn du bei der nächsten Show dabei bist‘, bis hin zu Fällen, in denen wir alle Behörden und Sicherheitsleute mit Fotos von Leuten benachrichtigen und sagen mussten: ‚Diese Person darf nicht rein.‘ Blah blah blah. Ich meine, es gibt Verrückte da draußen. Und im Endeffekt fragen wir uns: ‚Wow, das ist nur Musik. Wir spielen nur Songs. Was zum Teufel ist euer Problem?‘ Die Leute sind so fanatisch, obsessiv auf bestimmte Dinge fixiert, und das ist gruselig.“

Todd La Torre: Ein vollwertiges Mitglied von Queensrÿche

La Torre erzählte allerdings auch, dass ihm zum Zeitpunkt seines Beitritts wohlbewusst gewesen ist, dass man hart mit ihm ins Gericht gehen würde. „Die Leute wollen diese exakte, perfekte Reproduktion dessen, was sie auf früheren Platten gehört haben. Etwas, was sie vorher sowieso nicht bekommen haben. Das ist nicht realistisch.“

Glücklicherweise konnte La Torre im Rahmen des vergangenen Jahrzehnts auch zahlreiche tolle, wertschätzende Erfahrungen auf und abseits der Bühne sammeln. Viele derjenigen, die ihn anfänglich für sein Frontmanndasein bei Queensrÿche verurteilt hatten, sollen später auf La Torre zurückgekommen sein, um Entschuldigungen auszusprechen und ihm für seine großartige Arbeit zu danken.

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