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Megadeth: Dave Mustaine über David Ellefson

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Dave Mustaine von Megadeth sagt, dass es „schwer“ für ihn war, David Ellefson vor mehr als einem Jahr zu feuern. Nur wenige Tage zuvor gingen damals Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung gegen Ellefson durch die Nachrichten. Explizites Videomaterial wurde auf Twitter veröffentlicht. Damals gab Ellefson auf Instagram eine Erklärung ab, mit welcher er alle Gerüchte in den Sozialen Medien bestritt. Außerdem erstattete er Anzeige bei der Polizei in Arizona wegen der unrechtmäßigen Verbreitung sexueller Bilder von ihm durch unbekannte Straftäter.

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In einem neuen Interview mit dem amerikanischen Rolling Stone Magazin ging Mustaine auf Ellefsons Ausstieg aus Megadeth ein: „Bei allem, was in den letzten 20 Jahren in meiner Beziehung zu unserem früheren Bassisten passiert ist, war es einfach an der Zeit. Es war schwer für mich, ihn gehen zu lassen.“ Mustaine heuerte schließlich Steve DiGiorgio von Testament an, um Ellefsons Bassparts auf dem kommendem Album THE SICK, THE DYING … AND THE DEAD! neu einzuspielen. Letzten Monat kündigte Megadeth den Bassisten James LoMenzo als festes Mitglied der Band an. LoMenzo war Mitte der 2000er Jahre der Bassist von Megadeth und kehrte kürzlich als Mitglied für die „The Metal Tour Of The Year“ zurück. „Ich fühle mich, als hätte ich meinen Rhythmus gefunden, als lägen meine besten Jahre noch vor mir“, gibt Mustaine zum Besatzungswechsel zu verstehen.

Megadeth-Bassist zu den Vorwürfen

In dem Polizeibericht, den Ellefson im Mai 2021 einreichte, gab er zu, dass er sexuelle Textnachrichten mit einem holländischen Teenager ausgetauscht hatte. Laut Ellefson war die Frau zum Zeitpunkt der ersten virtuellen sexuellen Begegnung 19 Jahre alt. Ellefson, der in Scottsdale lebt, wurde erstmals am 9. Mai 2021 auf das Video aufmerksam, als die Behauptung „David Ellefson von Megadeth ist ein Pädophiler“ auf Instagram erschien. Ellefson sagte der Polizei, dass er fünf Tage später darüber informiert wurde, dass sich die Band von ihm trennen würde.

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Ellefson erzählte, weiter: „Alle Behauptungen, dass etwas illegal sei, sind falsch“, sagte er. „Da war nichts. Deshalb habe ich sofort einen Strafverteidiger eingeschaltet. Ich habe mich direkt an die Polizei gewandt. Und nur damit das klar ist: Der Bösewicht geht nicht zur Polizei. Es gibt immer dieses Gerede und die Angst vor der Cancel-Culture.“ David sprach auch seine Entscheidung an, sich aus den Sozialen Medien zurückzuziehen und für einige Monate keine Interviews zu geben, bis sich die Dinge sowohl persönlich als auch beruflich beruhigen. „Die Zeit heilt die Wunden!“, sagte er. „Ich habe nichts Falsches getan; es war nichts Illegales dabei.“

Ein ungünstiges Missverständnis

Während eines Auftritts in einer Radioshow sprach Ellefson über die Umstände, die zu seiner Entlassung führten: „In der Nacht, in der das Video ins Interner gelangte, sagten ein paar Leute: ‚Hey, sag nichts‘. Vor allem das Megadeth-Lager wollte nicht, dass ich etwas sage. Aber meine Anwälte sagten: ‚Du solltest etwas sagen, du hast jedes Recht, dich zu verteidigen.‘ Letztendlich führte das zu meiner Entlassung. Ursprünglich hatten wir darüber gesprochen, eine Art gemeinsame Erklärung abzugeben, was natürlich nicht geschehen ist. Ich war enttäuscht über die Art und Weise, wie es abgelaufen ist.“

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Nach den Anschuldigungen gab es zudem noch ein „Missverständnis“. Ellefson sagte: „Es gibt eine Falschmeldung, dass ich ein Pastor bin. Ich war ein Jahr auf dem Priesterseminar, und sie haben mir klar gesagt: ‚Wenn du das Seminar fortsetzen willst, musst du Megadeth verlassen‘. Meine Mutter war enttäuscht, vielleicht hätte ich auf sie hören sollen. Aber ich bin ein Gründungsmitglied von Megadeth.“

Ellefsons Zukunft bei Megadeth

Weiter sagte der 57-Jährige: „Ironischerweise sind die Dinge zwischen uns in Ordnung. Wir haben uns getrennt, jeder ist seinen Weg gegangen. Sie haben sich mit der neuen Tour weiterentwickelt. Ich habe ihnen in meinem Statement alles Gute gewünscht. Es ist eine Gruppe, bei deren Gründung ich fast 40 Jahre lang geholfen habe. Wir haben ein großes Erbe aufgebaut. Ich betrachte sie immer noch als Familie, und meine DNS ist dort überall zu finden.“

Mustaine – der Megadeth 1983 mit Ellefson gründete – sagte damals in einem dem Statement: „Wir nehmen diese Entscheidung nicht auf die leichte Schulter. Wir kennen zwar nicht alle Details der Geschehnisse, aber das, was jetzt schon bekannt wurde, reicht aus, um eine weitere Zusammenarbeit in Zukunft unmöglich zu machen.“ Auf die Frage, ob er sich irgendwelcher Spannungen zwischen ihm und Mustaine bewusst gewesen sei, sagte Ellefson: „Als sich Megadeth 2002 auflösten und dann 2004 wieder vereinten, wurde klar, dass Dave einseitig der Boss sein würde. Vorbei waren die Tage der Partnerschaft. Als ich 2010 zurückkam, waren wir ein paar Jahre älter, mit ein bisschen mehr Reife.“ Im Jahr 2004 reichte Ellefson eine 18,5-Millionen-Dollar-Klage gegen Mustaine ein, in der er behauptete, der Frontmann habe ihn um seinen Gewinn gebracht. Die Klage wurde schließlich abgewiesen und Ellefson schloss sich Megadeth 2010 wieder an.


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Ellefson schimpft auf Mustaine wegen "Verhalten"-Kommentar

David Ellefson, der im Mai 2021 nach einem Schmuddelvorfall bei Megadeth rausflog, hat in einem aktuellen Interview im Quemar Un Patrullero-Podcast einen Kommentar von Dave Mustaine auseinandergenommen. Der einstige Metallica-Musiker hatte im Dezember 2025 ein finales Konzert mit ehemaligen Band-Mitgliedern ausgeschlossen — wegen des Verhaltens von einem früheren, namentlich nicht genannten Weggefährten. Für den Bassisten geht diese Logik auf keine Kuhhaut. Moralisch überlegen? "Dass es so aufgehört hat, wie es aufgehört hat — und dann sagt Mustaine auch noch kürzlich: ‚Wegen dem, was eine Person getan hat, kann ich keinen zurückholen…‘", beginnt Ellefson seine Replik. "Weißt du was? Leck mich…
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