Ville Valo: Allein auf Messers Schneide

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Das komplette Interview mit Ville Valo findet ihr in der METAL HAMMER-Februarausgabe 2023, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

METAL HAMMER: Bei HIM war es immer so, dass das nächste Album eine direkte Reaktion auf das vorige war und du stets versucht hast, dich nicht zu wiederholen. Wie war es nun, zum Start deiner Solokarriere, vor der blanken, unbefleckten Leinwand zu stehen?

Ville Valo: Anfangs habe ich zu viel über Genres und Ähnliches sinniert. Eine der wichtigsten Lektionen war dann aber, einfach zu machen und nicht nachzudenken. Nimm die Gitarre in die Hand und lass sie dir den Weg weisen. Aber auch ich kann nicht komplett aus meiner Haut. Am Ende klingt es doch ähnlich wie HIM. Meine Solosachen sind vielleicht etwas mehr New Wave-beeinflusst und haben mehr Gothic-Gitarren, was die Jungs in der Band damals nicht so mochten, da sie mehr auf Metal standen. Ich mag es nicht, wenn sich ein Künstler für ein Soloalbum verbiegt. Ich liebe die Achtziger, A-ha, Duran Duran, The Cure, The Chameleons, The Sisters Of Mercy und Fields Of The Nephilim. Aber Black Sabbath und Achtziger-Metal liebe ich genauso. Damit bin ich aufgewachsen. Ich hoffe, dass man all das in meinen Songs hört.

„Das neue Schwarz“

MH: Bei manchen Songs meint man fast, einen Fleetwood Mac-Einfluss herauszuhören. War das auch eine Inspiration?

VV: Das muss an den Harmonien liegen. Ein Song wie ‘Love­letting’ schuldet ‘California Dreaming’ und damit The Mamas And The Papas viel. Ich mochte Folk-Sachen schon immer. Bands wie die Byrds. Und jeder mag Fleetwood Mac. Auch wenn sie für mich kein bewusster Einfluss waren.

MH: NEON NOIR setzt die mit HIM etablierte Tradition von Gegensätzlichkeiten im Albumtitel fort. Natürlich muss man auch sofort an filmische Einflüsse denken …

VV: Ich will noch immer der David Lynch des finnischen Rock sein. Was den Albumtitel angeht, hat „Neon“ einen griechischen Wortstamm und steht für neu. Womit der Albumtitel in etwa gleichbedeutend mit „das neue Schwarz“ ist. Dann wiederum assoziiert man mit Neon das Farbschema von Achtziger-Filmen wie ‘Blade Runner’ und landet im selben Atemzug schnell bei Vangelis. An einem Punkt habe ich das ganze Soloprojekt vorübergehend Vangelis Halen getauft.

Im Titel-Track tauchen zudem die Worte „Flash­dance Macabre“ auf. Das trifft es auch gut – und war zeitweilig ein alternativer Albumtitel. Genau das ist mein Ding: Sich für die Gothic-Kunst von Edgar Allan Poe begeis­tern, während man zugleich seinen in Spandex gehüllten Allerwertesten schüttelt. Jane Fonda in Black Metal-Make-up. Vielleicht bin ich auch nur unentschlossen, weil ich immer beides will. Aber die süßesten Worte wirken umso stärker, wenn sie mit schneidenden Gitarren gepaart sind.

Feminine Energie

MH: Ab der Hälfte wird das Album härter und experimenteller. Songs wie ‘Saturnine Saturnalia’ oder der längste Track, ‘Vertigo Eyes’, bringen einen anderen Vibe mit sich. Was ist – neben Black Sabbath – der härteste Einfluss auf dem Album?

VV: Alles stammt von Black Sabbath ab. Aber ich mag auch Electric Wizard, Lee Dorrians With The Dead oder Jesu, diese Band von Justin von Godflesh. Ich habe versucht, mich von möglichst vielen unterschiedlichen Sachen leiten zu lassen. Einer der wichtigsten Einflüsse war die türkische Gothic-Band She Past Away. Eine Szenegröße. Sehr Achtziger. Und sehr Gothic. Sie singen auf Türkisch. Es ist schräges Zeug, aber sehr gut. Kælan Mikla aus Island mag ich auch gerne. Sie sind auch auf meiner kommenden Solo-Tour die Vorgruppe. Sie haben keine verzerrten Gitarren, aber eine harte Grundstimmung, und bringen zudem die feminine Energie mit. Das wird sich gut ergänzen.

Nach welchen Kriterien Ville Valo seine Bühnen-Begleit-Band ausgesucht hat, wie viele HIM-Songs er live performen wird warum er nicht mehr raucht und trinkt, lest ihr im kompletten Interview in der METAL HAMMER-Februarausgabe 2023.

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