Am 4. März feuerte die südafrikanische Band Vulvodynia ihren erst im Herbst 2025 beigetretenen Sänger Zion Bittenbender. Grund dafür sind Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs, die schon im November gegen Bittenbender erhoben wurden. Nun behauptet der Vokalist in einem langen Statement, die Band hätte ihn nur aus geschäftlichem Interesse gefeuert und nicht, weil sie den Anschuldigungen glaubten.
Statement der Band
In ihrem Statement zu der Trennung von Bittenbender schreiben Vulvodynia: „Wir möchten uns für die Verzögerung bei der Stellungnahme zu dieser Situation entschuldigen. Wir haben uns Zeit genommen, einen Schritt zurückzutreten und eine angemessene Vorgehensweise zu besprechen. Nach ernsten Diskussionen haben wir entschieden, mit Zion getrennte Wege zu gehen. Wir werden auch nicht Teil der US-Tournee mit Defeated Sanity sein.“
Sie bekräftigen erneut: „Wir nehmen Vorwürfe sexuellen Missbrauchst extrem ernst. Unsere Priorität ist es, ein Umfeld zu pflegen, das unsere Werte reflektiert sowie unsere Fans, Mitmenschen und die Gemeinschaft respektiert. Nach sorgfältiger Abwägung der Umstände ist diese Entscheidung im besten Interesse der Band.
Weitere Entwicklungen
Wir erkennen auch an, dass diese Situation ursprünglich nicht so gehandhabt wurde, wie sie sollte. Dafür entschuldigen wir uns aufrichtig. Wir werden nun nach einem neuen Sänger suchen. Details bezüglich Vorsingen werden bald geteilt. In der Zwischenzeit wird Lwandile den Gesang für die restlichen Konzerte des Jahres übernehmen. Wir sind dankbar für die Geduld unserer Fans und bleiben entschlossen, mit Fokus und Integrität voranzuschreiten“, heißt es in dem Post.
Zion Bittenbender ist mit der Entscheidung seiner Ex-Band nicht zufrieden und postet ein langes Statement als Reaktion. Darin veröffentlicht der Sänger Screenshots und Sprachnachrichten seiner Kollegen und Manager, in denen diese bekräftigen, dass sie den Vorwürfen nicht glauben und es sich um reine Geschäftsentscheidungen handelt. Die Nachrichten scheinen entstanden zu sein, nachdem erste Vorwürfe bekannt wurden.
Bittenbenders Statement
Bittenbender schreibt: „Ich wollte diesen Post nicht machen müssen, aber ich muss mich gegen das Statement von Vulvodynia verteidigen, in dem sie mich aus der Band werfen. Zuerst möchte ich über die Defeated Sanity-Tour sprechen. Das hier ist eine Nachricht vom Vulvodynia-Manager Lyn. Darin schreibt er, dass wir wegen rein geschäftlichen Gründen und wegen des Risikos von finanziellen Verlusten von der Tour entfernt wurden.“
In einem Screenshot einer Nachricht in einer Whatsapp-Gruppe steht: „Ich wollte euch nur auf dem Laufenden halten. Der US-Agent hat bestätigt, dass Vulvodynia von der Defeated Sanity-Tour entfernt wurden. Das war eine Veranstalter- und Promoter-Entscheidung. Als die Vorwürfe erstmals aufkamen, drohten Veranstaltungsorte schon damit, die Konzerte abzusagen.
Anfängliche Solidarität
Der einzige Grund, warum die Band noch Teil der Tour war, ist, dass Zion damals nach Hause geschickt wurde und nicht präsent war. Nun, da er zurück im Line-up ist, will der Agent keine Absagen oder finanziellen Verluste riskieren. Öffentlich wird kein Grund für die Entfernung genannt, um nicht noch weitere Aufmerksamkeit auf die Situation zu lenken“, so der Manager angeblich.
Auf weiteren Seiten teilt er einen Screenshot einer E-Mail, die das weiter zu bestätigen scheint. Er kommentiert: „Hier ist eine weitere E-Mail von Liam Frith, in der er erklärt, dass wenn Vulvodynia mich loswerden würden, sie auf der Tour bleiben könnten. Vulvodynia wurden nur von der Tournee entfernt, weil sie wussten, dass ich unschuldig bin und für mich eingestanden haben.“
Langsame Entfernung
Im weiteren Verlauf des Posts teilt er Statement-Entwürfe der Band sowie einen weiteren Screenshot eines Kommentars von Vulvodynia-Gitarrist Luke Haarhoff. In besagtem Kommentar antwortet der Gitarrist auf die Mutmaßung eines Fans, dass es sich bei dem Tour-Rückzug um Visaprobleme handele. Er schreibt: „Die letzten Male waren es Visaprobleme. Diesmal stehen wir für einen komplett unschuldigen Freund ein.“
Bittenbender beschreibt, wie sich seine Kollegen langsam und kommentarlos aus gemeinsam geteilten Instagram-Posts zurückzogen. In einem Videotelefonat wurde ihm dann gesagt, dass er die Band verlassen müsse. Haarhoff soll ihm dennoch seine bedingungslose Unterstützung zugesagt haben.
Nachdem der Sänger am ersten März ein Statement in seine Story gepostet hatte, in dem er schrieb: „Für alle die es interessiert: Nein, ich bin nicht mehr in Vulvodynia. Die Gemeinschaft ist eine Shitshow und ein verängstigtes Management war genug, um mich zu canceln und loszuwerden. Niemand ist Mann genug, ein Statement zu posten, um zu sagen, was Sache ist. Ich bin noch da, und das ist für mich keine große Sache. Bald gibt es neue Musik. Scheiß auf sie alle.“ Das gesamte Statement ist in noch größerem Detail auf dem Instagram-Profil von Zion Bittenbender sichtbar.
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