Das komplette Interview über ‘Wacken – Hearts Full Of Metal’ findet ihr in der METAL HAMMER-Juliausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
METAL HAMMER: Holger und Thomas, es gibt bereits mehrere Dokumentarfilme über das Wacken Open Air, darunter ‘Welcome To Wacken’ (2017), ‘Wacken – Der Film’ (2014; auch: ‘Wacken 3D – Louder Than Hell’), ‘Full Metal Village’ (2006) sowie die Miniserie ‘Legend Of Wacken’ (2023). Warum war es euch ein Bedürfnis, einen neuen, eigenen Film zu machen?
Thomas Jensen: Eigentlich war es nicht uns ein Bedürfnis – die Produktionsfirma Beetz Brothers und Regisseurin Cordula Kablitz-Post sind auf uns zugekommen. Wir waren uns zuerst nicht sicher und fragten uns, ob nicht schon alles erzählt sei. Das Team wollte jedoch einen anderen Blick und uns beide in den Fokus stellen. Hätten wir es selbst gemacht, wäre der Film wohl hektischer geworden: Wir hätten versucht, viel mehr reinzupacken. Als Metal-Fan kennt man Wacken, doch es sollte auch für „normale“ Kinogänger greifbar werden.
Das war Cordulas Anspruch: Sie wollte einen Film produzieren, der den Zuschauer 90 Minuten lang fesselt – sei es im Kino oder vor dem Fernseher. Dieser Anspruch hat uns wiederum dazu motiviert, mitzumachen. Im Grunde sind wir „nur“ die Protagonisten. Natürlich haben wir versucht zu unterstützen, wo wir konnten. Mit Beetz Brothers hatten wir noch nie gearbeitet, doch die Firma genießt einen guten Ruf. Cordula hat einige spannende Dokumentationen gedreht und steckte damals mitten in der Finalisierung von ‘Kreator – Hate & Hope’. Wir haben uns während der Produktion angefreundet.
„Ehrlich sind wir sowieso.“
Uns ist natürlich zu wenig drin, wir wollten mehr – wie Wacken eben auch ist. Aber sie haben es geschafft, die Geschichte in richtig guten Facetten zu erzählen. Das ist anders als der 3D-Film und andere Dokus, die nerdiger sind und in denen der Musikanteil höher ist. Sie sprechen vor allem Metal-Fans an. Diesen Film kann man sich auch ansehen, wenn man sich nicht für Rock und Metal interessiert.
MH: Ihr gebt sehr persönliche Einblicke, zeigt eure Häuser wie Familien und erzählt ehrlich von Höhe- und Tiefpunkten. Wie schwer ist euch diese Öffnung und Ehrlichkeit vor der Kamera gefallen?
Holger Hübner: Ehrlich sind wir sowieso, das ist ja unser Motto: Faster, harder, louder – oder: authentisch, ehrlich und laut. Vor der Kamera ist das etwas schwieriger, vor allem, wenn die Familie dabeisitzt. Meine Tochter kannte viele Geschichten gar nicht, da sie damals noch nicht geboren war. Meine Frau kennt logischerweise eine Menge, da wir seit 1998 verheiratet sind. Trotzdem war es schwierig für mich. Im Lauf der Dreharbeiten kam ich immer besser rein.
Der Anfang war schwierig, ich habe erst bei ein paar Dingen geblockt. Aber ja, generell erzählen wir alles und sind in fast allen Bereichen offen. Nur vor der Kamera ist das eine andere Geschichte, da musste ich erst warmwerden. Ich wollte auch meine Familie schützen und meine Tochter nicht in überfordernde Situationen bringen. Ein oder zwei Mal mussten wir abbrechen, weil sie mit den Fragen nichts anfangen konnte. Aber insgesamt lief es ganz gut.
„Für mich war wenig Neues dabei.“
MH: Blickt ihr dank des Films anders auf eure gemeinsame Geschichte und Lebensleistung?
Hübner: Ich nicht – wir wissen ja, was wir in den letzten 35 bis 40 Jahren erreicht haben. Wir werden beide bald 60 Jahre alt, kennen uns seit 55 Jahren und arbeiten seit 40 Jahren gemeinsam im Musik-Business. Wenn man dann vom anderen nichts weiß, hat man gepennt. Bis Ende der Neunziger steckten wir 24/7 zusammen und haben alles gemeinsam gemacht. Dann kamen die Familien, vielleicht zur richtigen Zeit. In den letzten 26 Jahren konnten wir in allen Bereichen gut miteinander umgehen, auch wenn es Probleme mit Themen gab, die man bei solch einem Festival eben hat. Dennoch sind wir gut durchgekommen, sodass wir an die nächsten 30 Jahre denken können. Für mich war wenig Neues dabei – außer eben, mich vor der Kamera zu öffnen.
Was Metalheads von der Geschichte der beiden Festival-Macher lernen können und wie die Zukunftsaussichten für Wacken aussehen, lest ihr in der METAL HAMMER-Juliausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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