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Wie und warum sich Neurosis neu erfunden haben

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Einige Jahre schien es, dass Neurosis mit dem unschönen Abgang von Gitarrist und Sänger Scott Kelly ihr jähes Ende als Band eingeläutet hätten. Erst kürzlich, am 20. März, veröffentlichte die Sludge-Institution ganz plötzlich – ohne Ankündigung oder Vorwarnung – mit AN UNDYING LOVE FOR A BURNING WORLD ein neues Album.

Neuanfang

Damit wurde offiziell auch Aaron Turner als neuer Frontmann der Band vorgestellt. Scott Kelly verkündete 2022 das Aus seiner Musikkarriere, nachdem er gestanden hatte, seine Frau und Kinder jahrelang auf mannigfaltige Art missbraucht zu haben. Danach zogen sich Neurosis als Band ebenfalls zurück. „Überwältigt und zutiefst berührt“ von der positiven Resonanz auf ihre Rückkehr bedankt sich die Band nun ausführlich über die Sozialen Medien. „Wir erleben diesen Moment gemeinsam und sind dankbar für diese emotional reinigenden Möglichkeiten, die uns verbinden und uns die Kraft geben, weiterzumachen“, heißt es unter anderem.

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Im Interview mit Bandcamp sprachen Gitarrist Steve Von Till und Aaron Turner über die Neuausrichtung der Band und wie es zum Besetzungswechsel kam. „Wir überlegten, wie wir uns mit derselben Energie neu erfinden könnten, mit der wir uns neu erfunden hatten, als ich dazukam“, erklärt Von Till. Ihm zufolge ging es vorrangig darum, die richtige Energie zu finden. Aaron Turner beschreibt seine Reaktion auf die Einladung indes als gleichermaßen natürlich wie surreal: „Es ist nicht so, als hätten Steve und ich nie miteinander gesprochen und er hätte mich plötzlich gefragt, ob ich mitmachen will. Unsere Wege haben sich schon vor langer Zeit gekreuzt.“

Gemeinschaftlich

Der Dunstkreis, in dem sich die Musiker bewegen, sei „eine Art Gemeinschaft, in der alle ständig miteinander arbeiten und Ideen hin und her fließen. Insofern war es für mich nicht überraschend.“ Gleichzeitig sei es „ein ziemlicher Schockmoment“  für Turner gewesen. „Denn diese Band hat mich in vielerlei Hinsicht, sowohl musikalisch als auch ideologisch, stark beeinflusst.“

Entscheidend war, dass die Band nicht einfach nur einen Ersatz suchte. „Wir waren schon immer ein Kollektiv und brauchen diese Energie. Auch wenn manche Leute meinen zu verstehen, was hinter den Kulissen mancher Bands passiert. Neurosis waren schon immer ein Gemeinschaftsprojekt. Da dieses Album eine Neuerfindung ist, wollten wir nicht den gleichen alten Kram“, erklärt Von Till, und fügt hinzu: „Wir wollten jemanden, der neue Ideen und einen frischen Ansatz mitbringt.“


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Heidi Skrobanski schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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