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Yungblud wird von Druck und Gefühlen übermannt

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Yungblud erlebte bei seinem eigenen Festival, dem Bludfest, am 26. Juni 2026 im tschechischen Hradec Králové einen emotionalen Moment. Und zwar wurde der Brite mitten in der Show von seinen Gefühlen überwältigt — diesen ließ er dann freien Lauf. Es ging darum, dass er sich zuletzt nicht gut gefühlt hatte; es ging um Kritiker; es ging um Bestätigung und Gemeinschaft. Anschließend machte der 28-Jährige daraus noch ein ausführliches Statement, welches in den Sozialen Medien nachzulesen ist.

Hass aus dem Internet

„Warnung. Jetzt kommt die Wahrheit“, beginnen die Ausführungen von Yungblud. „Ehrlich gesagt habe ich lange überlegt, ob ich diesen Clip posten soll. Ich wollte nicht, dass es unehrlich wirkt, als würde ich es aus einem bestimmten Grund tun, etwa um Klicks zu generieren oder mich selbst ins Abseits zu manövrieren. Aber letztendlich ist es so passiert, und es ist echt, also dachte ich: Scheiß drauf. Um ehrlich zu sein: In letzter Zeit ging es mir echt schlecht, und dieser Moment ist ein Nebenprodukt davon, wie mein Körper die Welle der Gefühle freisetzt, die mich letztes Jahr überrollte und die ich nicht verarbeiten konnte. Ich will euch nichts vormachen: Als ich von der Bühne kam, war ich total euphorisch, aber zwanzig Minuten später, als ich allein unter der Dusche stand, hatte ich einen Zusammenbruch.

Künstler zu sein ist heutzutage echt seltsam, weil alles so schnell geht. Man hat nie länger als ein paar Stunden Zeit, das Erlebte zu verarbeiten, und kann deshalb weder gute noch schlechte Gefühle richtig einordnen oder verarbeiten. In den letzten zehn Jahren habe ich unzählige Reisen unternommen, unzählige Klänge ausprobiert und jeden Tag versucht herauszufinden, wer ich bin und was ich der Welt bedeuten kann – während die Welt mir entgegenbrüllt. Der Hass und die Ungläubigkeit, die mir von Fremden im Internet oder verbitterten Musikern entgegenschlagen, lasten schwer auf meinem Herzen. Dabei habe ich die letzten zehn Jahre nichts anderes versucht, als Liebe zu verbreiten, etwas aufzubauen, an das ich glaube, und Menschen in einem sicheren Raum zusammenzubringen.“

„Kein Industriegewächs“

Darüber hinaus erzählt Yungblud: „Eigentlich sollte ich darüber schweigen, weil ich dann cooler wirken würde und es so aussähe, als würde mich das alles nicht berühren. Aber tief im Inneren glaube ich nicht, dass das mein wahres Wesen ist oder der Grund, warum wir uns alle miteinander verbunden fühlen. Gestern Morgen las ich einen Artikel, der mir Bestätigung gab. Es ist seltsam, denn die Presse lobt mich normalerweise nicht. Autoren und Influencer hingegen generieren Klicks durch die Negativität um mich herum. Ich beschwere mich nicht darüber, denn ich denke, das ist einfach der Raum, den ich für sie einnehme. So bin ich als Künstler — und so ist die Welt nun mal. In einem Artikel hieß es: ‚Yungblud ist kein ‚Industriegewächs‘. Das Internet hat einfach die harte Aufbauarbeit verpasst.‘ Das hat mich sehr gefreut.

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Wenn Dinge so schnell zu geschehen scheinen und plötzlich Millionen von Augen auf einen gerichtet sind – Menschen, die zwei Stunden zuvor noch nicht einmal wussten, dass man existiert –, dann wirkt das natürlich unglaublich, vielleicht sogar unehrlich oder nicht authentisch. Genau deshalb bin ich so dankbar, euch alle zu haben. Wir genießen gemeinsam eine Reise, die vor fast zehn Jahren in einem kleinen Club für 100 Leute in Amsterdam begann. Ich glaube, deshalb war ich so ergriffen, als ich 20.000 von euch auf einem Festival-Gelände in Tschechien sah – ein Festival, das wir vor zwei Jahren im Vereinigten Königreich aus dem Nichts gestampft haben und das nun sein erstes internationales Jahr erlebt.“

Wunderbare Community

Weiter fährt Yungblud fort: „Alles ging so schnell, dass ich kaum Zeit hatte, die Dinge wirklich zu verarbeiten, aber in diesem Moment haben mich meine Gefühle einfach übermannt. Das habe ich gebraucht. Danke, dass ihr einen Raum schafft, in dem ich mich sicher genug fühle, um ganz ich selbst zu sein. Diese Community wurde von uns für uns alle geschaffen. Das Schönste an diesem Festival ist für mich, dass wir es aufgebaut haben. Dieser Ort ist unser Zuhause. Hier fühle ich mich, als stünde ich vor meiner Freundin oder meiner Mutter. Ich kann meine Gefühle nicht zurückhalten, ich kann nichts verbergen, ich kann nicht ‚professionell‘ sein, ich kann mich nicht verstecken.

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Tief im Inneren weiß ich, dass ich jetzt ein wenig an mir arbeiten muss, um all meine Gefühle zu verarbeiten und die Kraft zu finden, in diesem Tempo weiterzumachen, während wir gemeinsam ein neues Kapitel aufschlagen. Ich blicke positiv auf die kommenden Monate, bevor ich mich zurückziehe und mir die Zeit nehme, genau diese Arbeit in den Mittelpunkt zu stellen. An meine wunderbare Community, die das hier liest: Ich möchte euch wissen lassen, wie viel Glück ich empfinde, euch alle zu haben. Dieser Tag hat mich daran erinnert, warum ich das alles mache und wie besonders das ist, was wir haben. Ich liebe euch von ganzem Herzen und bin zutiefst dankbar. Was für eine Ehre, dieses Leben mit euch zu teilen. Falls ein Journalist dies liest: Bitte verdreht meine Worte nicht. So fühle ich mich.“


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Lothar Gerber schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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