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Oro: Opus Primum
Doom Metal
von Thorsten Zahn
Foto:
Roadrunner/Warner
Stone Sour - Audio Secrecy
Sie sind angekommen. Mit ihrem dritten Album ist es Stone Sour endgültig gelungen, aus dem riesigen Schatten von Slipknot herauszutreten. So werden die Musiker in den Interviews zu AUDIO SECRECY nicht müde zu betonen, dass ihnen Stone Sour wichtiger ist denn je. Und das hört man der Platte auch zu jeder Sekunde an. Mehr noch: Die Songs sind nicht nur ausgefeilter, reifer, leidenschaftlicher als alles, was die Band bislang veröffentlicht hat. Sie sind auch – und das im besten Sinne – tauglich für die großen Stadien. Mit Slipknot haben James Root und Corey Taylor vielleicht insgesamt mehr Platten verkauft, doch erst mit Stone Sour kann es ihnen gelingen, auch die Massen zu mobilisieren. Die alten Fans, das muss klar gesagt werden, könnten mit AUDIO SECRECY durchaus einige Probleme haben.
Denn es gibt nur wenige Ecken und Kanten, die Platte ist nicht rau und dreckig, sondern vielmehr nah dran am perfekten Album, in klangtechnischer Hinsicht wie auch in Sachen Songwriting. Wer glaubt, dass hier auch die Wut der Maskenmänner durchschimmern würde, könnte daher enttäuscht sein. All diejenigen jedoch, die sich mit den Musikern geöffnet und ihren musikalischen Horizont erweitert haben, können gar nicht anders, als die Platte zu lieben. Denn AUDIO SECRECY bietet alles: von intimen Balladen (‘Dying’, ‘Imperfect’) über vertrackte Arrangements (‘Nylon 6/6’), hartgesottene Riffer mit Slipknot-Strukturen (‘The Bitter End’, ‘Mission Statement’) bis hin zu hochmelodischen, eingängigen Rock-Hymnen (‘Digital’, ‘Say You Will Haunt Me’, ‘Pieces’, ‘Threadbare’). Die Band zeigt sich geschlossener denn je, und das, obwohl sie lange Zeit nicht live gespielt hat. Dennoch wirken die Musiker, als hätten sie gerade mehrere Monate zusammen im Tourbus verbracht: aufeinander eingespielt, mit Respekt für den anderen. Jeder bekommt seinen Freiraum, selbst Drummer Roy Mayorga, der nun erstmals auch als Songwriter ins Stone Sour-Geschehen eingreifen darf.
Zudem hat es Frontmann Corey Taylor einmal mehr geschafft: Wie schon bei COME WHAT(EVER) MAY (2006) hat er erneut am Gesang gefeilt – seine Stimme ist variantenreicher denn je. Und dank Produzent Nick Raskulinecz (Foo Fighters, Velvet Revolver, Alice In Chains) spiegelt sich die gesamte Bandbreite seines Könnens auch in den Songs wider. Angesichts der momentanen Lage von Slipknot, die auch aufgrund von Paul Grays Tod bis mindestens 2012 pausieren werden, könnte dies – so makaber es ist – die große Chance für Stone Sour sein. Wenn nichts dazwischenkommt, ist AUDIO SECRECY der bislang wichtigste Schritt der Band in Richtung Topliga. Und wir sprechen hier von Metallica-Regionen...
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