Iron Maiden sind nicht erst seit gestern in ihrer Prog-Phase angekommen. Spätestens seit dem Comeback-Album BRAVE NEW WORLD gehören ausladende Kompositionen zum Standard. Und bis auf ein paar Ewig-Gestrige hat das mittlerweile jeder Iron Maiden-Fan akzeptiert, zumal das Ergebnis immer überzeugen konnte. Einzige Ausnahme vielleicht DANCE OF DEATH, das zur Hälfte tatsächlich aus vermurksten Songs bestand. Damit hatte aber schon A MATTER OF LIFE AND DEATH nichts mehr zu tun, und THE FINAL FRONTIER ist mindestens ebenso weit davon entfernt.
Beim ersten Hördurchlauf mag das Album noch beliebig vor sich hinplätschern, von wenigen Ausnahmen wie ‘Coming Home’ und ‘When The Wild Wind Blows’ abgesehen bleibt nicht viel hängen. Aber: Die Stücke wachsen und wachsen und wachsen. Hat man den Songs erstmal genug Aufmerksamkeit und bewusstes Zuhören gewidmet, lassen sich die typischen Maiden-Momente heraushören, die bei jedem weiteren Durchlauf deutlicher hervortreten. Das geschieht schneller in der zweiten Albumhälfte, in der Bruce Dickinson mehr Kraft in die Stimme legt, die Melodien eingängiger werden, die Riffs und Gitarrenharmonien vertrauter klingen.
Tipp: Die Fan-Brille abnehmen und nicht minütlich auf ‘The Trooper’ und ‘Fear Of The Dark warten’! Mit ‘The Alchemist’ und ‘The Talisman’ sind auf diesem Album nämlich mindestens zwei künftige Klassiker vertreten – eher aber zehn. Mit THE FINAL FRONTIER werden Fans jahrelang ihre Freude haben! Einzig die schwachbrüstige Produktion geht gar nicht in Ordnung – sonst würde das Album an der Sieben-Punkte-Marke kratzen.
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