Behemoth-Frontmann Nergal wird heute 45 Jahre alt

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Der in Gdynia, Polen, geborene Musiker Adam „Nergal“ Darski zählt heute zu den wohl umstrittensten Personen des öffentlichen Lebens im osteuropäischen Raum. Aus internationaler Perspektive allerdings genießt der Behemoth-Sänger und -Gitarrist ehrfürchtiges Ansehen, unter anderem aufgrund seines gemeinnützigen Aktivismus, seiner persönlichen Stärke im Kampf gegen seine Leukämie-Erkrankung und vor allem aufgrund seines musikalischen Schaffens als Frontmann einer der aktuell einflussreichsten Extreme Metal-Bands.

Insbesondere seine Staats- und religionsnonkonforme Lebensweise, die dem Ideal der Politik seines repressiven Geburtslands Polen widerspricht und die er öffentlich zur Schau stellt, ruft Bewunderung auf der einen als auch Verachtung auf der anderen Seite hervor. Seine kritische Weltanschauung jedoch erwuchs aus der streng katholischen Erziehung und Sozialisation, die der Musiker über Jahre hinweg genossen hatte. Im Laufe der Vergangenheit und noch heute sah und sieht er sich regelmäßig mit Rechtsstreitigkeiten in „ketzerischen“ Belangen konfrontiert.

Unerforschtes Terrain

Bereits mit acht jungen Jahren konnte sich Nergal für das Gitarrenspiel begeistern. Und schon früh öffneten sich für ihn die düsteren Pforten des zu der Zeit gedeihenden Black Metal – das Genre, unter dessen Banner Behemoth (anfangs Baphomet) erstrahlen sollten. Anfänglich angelehnt an den schwarzmetallischen Sound von Bathory, Venom und Celtic Frost, die unter anderem als Begründer der Gattung gelten, sollte sich die musikalische Ausrichtung Behemoths später diverser gestalten. Darski selbst arbeitete während des Behemoth-Beginns bereits an zahlreichen Nebenprojekten, die musikalisch voneinander abwichen.

Obwohl es der Band vorerst an Mitteln gefehlt hatte, ihre kreativen Vorhaben umzusetzen, erkämpfte sie sich ihren Riesenerfolg kompromisslos und hartnäckig. Die Debütplatte SVENTEVITH (STORMING NEAR THE BALTIC) erschien 1995, doch erst nach der Veröffentlichung von GROM (1996) bekamen Behemoth die Chance, in ihrem Heimatland live aufzutreten und schließlich durch Europa zu touren, um Bühnenerfahrung zu sammeln.

Stellvertreter des Blackened Death

Die erwünschte mediale Aufmerksamkeit sollte der Gruppe in diesem Zeitraum jedoch noch nicht zuteilwerden. Erst mit SATANICA (1999) und dem Übergang zum Blackened Death Metal begann man, allerdings noch recht zurückhaltend, den Werdegang der Formation öffentlich zu beäugen. Viel eher sorgten Nergals Machenschaften, Freundschaften und später Auseinandersetzungen mit Band- und Kult-Mitgliedern problematisch einzustufender Gruppierungen für Aufsehen.

Mit THE APOSTASY (2007) gelang es der Band endlich, in die US-amerikanischen Charts aufzusteigen. Trotz niedrigen Ranges sollte dieses Ereignis den Durchbruch für ihre globale Anerkennung als Musikschaffende festigen. Bereits das Nachfolgeralbum EVANGELION (2009) erhielt in Polen Gold-Status, weitere Veröffentlichungen wie THE SATANIST (2014) und I LOVED YOU AT YOUR DARKEST (2018) wurden international gefeiert und mit positiver Kritik regelrecht überhäuft.

OPVS CONTRA NATVRAM kommt im September

Die Hohepriester des osteuropäischen Extreme Metal haben des Weiteren kürzlich den Veröffentlichungstermin ihres zwölften Studioalbums OPVS CONTRA NATVRAM bekanntgegeben. Am 16. September 2022 soll es so weit sein. Der erste Vorab-Song ‘Ov My Herculean Exile’ erschien bereits samt sehenswertem Musikvideo. OPVS CONTRA NATVRAM, das brandaktuelle Behemoth-Werk, knüpft an den 2018 erschienenen Vorgänger I LOVED YOU AT YOUR DARKEST an, der seitherige Dauerbrenner wie Bartzabel und If Crucifixion Was Not Enough’ hervorgebracht hat.

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Fürs Erste jedoch wünschen wir Nergal und Co. ein großartiges Bühnencomeback, das die Band aktuell gemeinsam mit Arch Enemy auf Tour feiert. Ansonsten: cheers und happy birthday, Herr Darski!

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Behemoth: Nergal über seine Leukämie-Erkrankung

Auf dem diesjährigen Bloodstock Open Air Festival in Großbritannien sprach Behemoth-Frontmann Adam Nergal Darski über seinen Kampf mit Leukämie vor mehr als einem Jahrzehnt. "Es macht einem irgendwie klar, dass das Leben sehr kurz ist. Man sollte es besser richtig auskosten. Aber andererseits war ich auch nie ein Typ, der sich einfach zurückgezogen hat und im Schatten geblieben ist. Es liegt in meiner Natur, offen zu sein und vorwärts zu schauen", so der 45-Jährige. "Als ich also mein zweites Leben begann, war meine Einstellung noch stärker. Und es fühlte sich an, als käme ich lebendig und gesund heraus. Ich werde…
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