Bruce Dickinson hätte das Mikrofon schon längst an den Nagel gehängt, wenn seine Stimme nicht mehr mitmachen würde. Dies geht aus einem aktuellen Interview mit dem Iron Maiden-Frontmann im Kerrang!-Magazin hervor. Ausgangspunkt war der Rückzug von Schlagzeuger Nicko McBrain, nachdem sich dieser nach einem Schlaganfall nicht mehr zu hundert Prozent in der Lage gefühlt hatte, die notwenige Leistung für eine angemessene Performance abzurufen.
Keine Legenden mehr
Bei Kerrang! erzählte Bruce Dickinson von „eine Meinungsverschiedenheit mit einem Journalisten“. Dabei meinte die „air raid siren“, dass er seinen Hut nehmen wird, wenn er nicht mehr sein absolut Bestes geben kann. Der Schreiber erwiderte darauf: „Das kannst du nicht machen, du musst weitermachen!“
Dazu befand Bruce Dickinson: „Ich sagte zu ihm: ‚Schau mal, es gibt jede Menge Sänger, deren Stimmen ruiniert sind – und jeder weiß das.‘ Er meinte: ‚Ja, aber sie sind Legenden.‘ Sie sind keine verdammten Legenden. Sie sind Leute, die nicht mehr singen können. Als sie noch singen konnten, waren sie Legenden. Wenn sie nicht mehr singen können, sind sie keine Legenden mehr. So einfach ist das – das ist die brutale Wahrheit. Ich könnte nicht auf die Bühne gehen, wenn ich nicht glaubte, dass ich es noch draufhabe. Ich verstehe nicht, wie Leute auf die Bühne gehen können, wenn sie es eigentlich nicht mehr können. Natürlich ist das ihr Leben, aber für mich ist das nichts.“
Dickinsons Rezept
Auf die Nachfrage, ob ihm das Sorgen bereitet, entgegnete Bruce: „Nein. Es ist einfach eine Tatsache, dass es eines Tages passieren kann – oder eben nicht. Man nimmt jeden Tag, wie er kommt, und versucht, Abend für Abend die beste Leistung seines Lebens zu zeigen. So gehen die Spielregeln.“
🛒 JETZT IRON MAIDEN-SHIRT BEI AMAZON GÖNNEN!Als Bruce Dickinson 2023 auf auf Spoken Word-Tournee war und im schwedischen Malmö Station machte, fragte ein Zuschauer den Sänger, wie er seine Stimme in Schuss hält. „Es ist nicht so, dass ich mich [gezielt] um meine Stimme kümmere“, antwortete der 64-Jährige. „Auf gewisse Art mache ich das. Aber vielmehr versuche ich einfach, sie nicht zu malträtieren. Denn die Stimme kümmert sich im Prinzip um sich selbst, solange man sie nicht malträtiert. Daher mache ich eben, was einem der gesunde Menschenverstand vorgibt: viel Wasser trinken, nicht Unmengen Zigaretten rauchen und nicht mit Rasierklingen vor einer Show gurgeln. Und vorzugsweise sollte man nicht am Abend vor einem Auftritt zu einem Fußballspiel gehen, denn danach hat man keine Stimme mehr. Solche offensichtlichen Dinge eben. Ein bisschen aufwärmen. Oh, eine Sache noch: singen lernen. Das hilft.“
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