Von 1998 bis 2019 war Chris Fehn Perkussionist bei Slipknot. Nicht so einfach, in Anbetracht dessen, dass Band-Kollege Schlagzeuger Joey Jordison oft unter den angesehensten Metal-Schlagzeugern gehandelt wird. Dennoch überwog die Bewunderung. Im Interview mit Meltdown vom WRIF-Radiosender erinnert Fehn an die Arbeit mit Jordison.
Ein Phänomen
Er sagt: „Es war einschüchternd, mit Joey Jordison zu arbeiten. Im Studio beobachtete ich ihn und und frage mich nur noch, was ich denn jetzt tun sollte, weil er alles konnte. Er war ein Phänomen. Aber es war cool, weil er verstand, dass die Perkussion ebenfalls eine große Rolle spielt. Er arbeitete an einigen Parts oder jemand anders dachte sich etwas aus, und wir fügten uns in seinen Wahnsinn ein. Es war cool, das zu tun. Ich vermisse den Kerl sehr.“
Fehn führt weiter aus: „Es war unglaublich, wie hart er draufschlug, aber wie geschmeidig und technisch er trotzdem sein konnte. In unseren Soundchecks haute er manchmal einfach Jazz raus und wir fragten uns, ob es etwas gibt, das er nicht kann.“
Papa sein
Auf die Frage, ob der Trommler es vermisse, auf Tournee zu gehen, antwortet er: „Ich lebe aktuell einfach mein Leben. Aktuell vermisse ich es nicht. Ich weiß auch nicht, ob ich überhaupt an dem Level ansetzen könnte, auf dem ich aufgehört habe. Ich weiß nicht, ob ich so noch auftreten könnte. Ich habe auch ein paar Verletzungen. Deswegen ist es gut, momentan einfach nur Papa zu sein.“
Fehn verklagte im März 2019 Slipknot-Sänger Corey Taylor und Perkussionist Michael Shawn „Clown“ Crahan aufgrund vermeintlich fehlender Bezahlung. Er soll herausgefunden haben, dass es mehrere Slipknot-Unternehmen gebe, an denen er nicht beteiligt gewesen sei und mit denen andere Band-Mitglieder mehr Geld verdient hätten.
Rechtsstreit
Kurz nach der Klage gaben Slipknot bekannt, dass Fehn nicht mehr Teil der Band sei. Sie schrieben: „Chris weiß, warum er nicht länger ein Teil von Slipknot ist. Wir sind enttäuscht darüber, dass er sich dazu entschieden hat, mit dem Finger auf andere zu zeigen und Dinge zu behaupten, anstatt das Nötige zu tun, weiter ein Teil Slipknots zu sein.“
Im Oktober 2020 wurde das Verfahren freiwillig und endgültig von Fehn eingestellt. Er verzichtete zudem auf finanzielle Hilfe der Band, um die Rechtskosten zu begleichen. Das Gericht hatte im Juni 2020 entschieden, dass den zerstrittenen Band-Mitgliedern eine Mediation guttun würde.
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