Ghost und Def Leppard über den Status Quo des Metal

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Für manche kam die Kollaboration der Rocker Tobias Forge von Ghost und Joe Elliott von Def Leppard unerwartet. In ihrer YouTube-Reihe, einer Videogeschichte, die seit vier Jahren stetig mit neuen Kurzfilmen erweitert wird, hatte Joe Elliott einen Überraschungsauftritt (‘Chapter 15: Meanwhile in Dublin’). Wie die beiden Künstler nun aber in einem Interview mit NME preisgaben, sind sie schon länger Fans voneinander.

Tobias Forge und Joe Elliott lernten sich 2015 kennen. Seitdem sei Elliott Feuer und Flamme für die Okkult-Rock-Musik seines Kollegen: „Ich spielte immer wieder Ghost in meiner Radio Show [Planet Rock]“. Und auch Forge ist sichtlich angetan von Def Leppard. „Ich hatte immer Ehrfurcht vor einigen Def Leppard-Alben, vor allem den ganz großen wie PYROMANIA oder HYSTERIA. Nicht nur die sind gut, aber sie haben so einen kommerziellen Erfolg erreicht, dass sie ein gutes Beispiel dafür sind, dass einiges in der Pop-Welt schiefläuft.“

Ghost: Def Leppard haben IMPERA beeinflusst

So habe sich Forge sogar von Def Leppard für das aktuelle Album IMPERA inspirieren lassen. „Uns wird ständig gesagt, dass wir schneller zum Refrain kommen müssen. Der Song muss kurz sein und auf den Punkt. Aber Def Leppard-Songs sind meistens das genaue Gegenteil. So etwas wollte ich für IMPERA.“

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Die Idee einer Kollaboration war geboren. Aufgrund ständiger Hindernisse, wie etwa der Tournee von Def Leppard mit Mötley Crüe, nahm Elliott die Dinge selbst in die Hand und sang seine Version von ‘Spillways’ selbstständig ein. Forge war begeistert: „Ich fand es direkt unglaublich. Joes Gesang gibt dem Song eine weitere Ebene dazu. Es war so anders als das, was ich vorhatte, aber so nahm es Gestalt an. Ich war verblüfft, wie ähnlich wir uns anhörten.“

So steht es um die Bedeutung des Metal

Im Gespräch mit NME kommt das ungewöhnliche Gespann außerdem auf den aktuellen Status von Rock- und Metal-Musik zu sprechen. Dabei sind sich beide einig, dass das Genre niemals wirklich weg war und sich seit seinen großen Zeiten in den Achtzigern bis heute immer wieder neuer Beliebtheit in unterschiedlichen Formen erfreut: „Metal, Pop Rock, Soft Rock, Hard Rock, Whatever-The-Fuck-Rock war aus Sicht der Fans nie weg“, erklärt Elliott. „Es war keine große Geschichte, bis wir und Bon Jovi Ärsche gekickt haben. Dann wurde es Underground, bevor es Grunge und danach Emo gab. Wer weiß was als Nächstes kommt.“

Tobias Forge zieht den Vergleich zur Filmindustrie. „Blockbuster-Horrorfilme würden niemals einen Oscar gewinnen, weil sie Horrorfilme sind, deshalb sieht man sie automatisch als schlecht an. Das wird sich vielleicht mit der Zeit ändern, aber das sind die Vorurteile, mit denen Metal und Rock zu kämpfen haben. Sie werden als nicht so kultiviert wahrgenommen wie andere Dinge. Dagegen kann man nichts machen, aber man kann immer noch Platten verkaufen, erfolgreich streamen und Tickets verkaufen. Man muss nicht täglich im Radio laufen, um erfolgreich zu sein.“

Beide befinden sich dieses Jahr zeitgleich auf Europa-Tournee. Joe Elliott darf mit Def Leppard und Mötley Crüe die Stadien rocken, während Ghost-Frontmann Tobias Forge mit Halestorm über den Kontinent zieht. Da steht einer kleinen Live-Kollaboration nichts mehr im Wege, oder?


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Ghost gewinnen schwedischen Grammis-Preis

Am Mittwochabend wurden in Stockholm die Grammis vergeben. Und bei der Zeremonie in der Annexet-Halle räumten auch Ghost in einer Kategorie ab. So bekamen Tobias Forge und Co. den wichtigsten schwedischen Musikpreis in der Sparte "Best Hard Rock/Metal" für ihr aktuelles Album IMPERA verliehen. Damit setzte sich die Formation gegen die anderen Nominierten Amon Amarth (THE GREAT HEATHEN ARMY), Arch Enemy (DECEIVERS), The Halo Effect (DAYS OF THE LOST) und Watain (THE AGONY & ECSTASY OF WATAIN) durch. Ohne Spickzettel In den Kategorien "Album Of The Year" und "Artist Of The Year" waren Ghost ebenfalls nominiert, gingen aber leer aus.…
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