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Interview: Satchel als virtueller Luftgitarrenlehrer in Unplugged

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Die Wege von Metal und Videospielen kreuzen sich des Öfteren. ‘Unplugged’ bringt nun die traute Zweisamkeit auf ein neues Level. In dem VR-Luftgitarrensimulator führt euch nämlich niemand geringerer als Steel Panther-Gitarrist Satchel an die instrumentenlose Kunst des luftigen Saitenzupfens heran. Im METAL HAMMER-Interview erklärt er wie es überhaupt zu der Kooperation mit Entwickler Vertigo Games kam, worin die unterschiede zwischen digitalen und realen Gitarrenlehrstunden bestehen und was genau seine Funktion in dem Spiel ist.

METAL HAMMER: Hey Satchel! Danke, dass du dir die Zeit nimmst. Wie geht’s dir? Wo erwische ich dich gerade?

Satchel: Hey Tom! Mir geht es gut, vielen Dank. Ich habe eine Menge Songs für das nächste Steel Panther-Album geschrieben und die Zeit in der sozialen Isolation dafür genutzt, um an meinen Luftgitarren-Skills zu arbeiten. Und viele Drogen habe ich auch genommen. Aber das tue ich fast jeden Tag. Jedes Jahr.

METAL HAMMER: Was macht ‘Unplugged’ für Musik- und Metal-Fans so besonders? Ich meine natürlich abgesehen von deinem Auftritt im Spiel…

Satchel: Dieses Spiel bringt Luftgitarre auf ein Niveau, das noch nie zuvor erreicht wurde. Es ist simpel und es macht Spaß einfach drauf loszuspielen. Und die Playlist ist phänomenal. So viele großartige Songs, einschließlich Steel Panther! Das Gameplay selbst ist eine unglaubliche Erfahrung… Es läuft absolut reibungslos. Ehrlich gesagt lohnt es sich, die Oculus Quest 2 (VR Brille – Anm. d. A.) nur für dieses Spiel zu kaufen.

Wie alles begann…

METAL HAMMER: Vielleicht magst du uns zu Beginn einmal erzählen, wie es überhaupt zur Zusammenarbeit mit ‘Unplugged’ kam? Kannst du das Spiel in ein paar Sätzen vorstellen?

Satchel: Mein Kumpel Marcus Henderson von Vertigo erzählte mir, dass er das beste VR-Gitarrenspiel mitentwickeln würde, das jemals von Menschen gemacht wurde. Und Vertigo wollte, dass ich die Leute durch das Spiel führe. Ich habe es anschließend selbst gespielt und es war so gut, dass ich tatsächlich darüber nachdachte, Steel Panther von nun an virtuell mit auf die Straße zu nehmen. Es kommt ziemlich nah an das Gefühl heran, in einer „echten“ Band Gitarre zu spielen, ohne sich regelmäßig mit Bassisten und Schlagzeugern auseinandersetzen zu müssen. Ganz zu schweigen von Sängern. Die sind unglaublich schwierig. Sehr zerbrechliche Egos. Wie auch immer: Du kannst dich in diesem Spiel im Grunde an die Spitze der Welt rocken, ohne einen Verstärker kaufen oder Roadies bezahlen zu müssen. Außerdem hast du genauso gute Chancen auf einen Grammy wie im echten Leben.

METAL HAMMER: Wie zur Hölle bringt man jemandem das Luftgitarrespielen bei? Was ist deine konkrete Rolle in diesem Spiel?

Satchel: Ich bin im Grunde der Gastgeber in diesem Spiel. Ich habe eine wirklich großartige Menschenkenntnis. Und wenn ich nicht so ein begnadeter Gitarrist wäre, könnte ich wahrscheinlich in einer Eisdiele arbeiten oder im Kundenservice für eine Telefongesellschaft tätig sein. Luftgitarre zu lehren ist wirklich nicht schwer. Es sind nur einige grundlegende Handbewegungen und Gesten. Sobald du es ausprobiert hast, stellst du fest, dass es viel einfacher ist als auf einer echten Gitarre zu spielen. Meine echten Gitarrenschüler muss ich manchmal beschimpfen und etwas rabiater angehen, damit sie nicht wie Scheiße klingen. Das Gute ist, du bekommst sofortiges Feedback vom Spiel, anstatt dass ich dir auf den Hinterkopf haue.

Analog versus digital

METAL HAMMER: In wie fern unterscheidet sich die Funktion als Lehrer im Spiel verglichen mit der Realität?

Satchel: Nun, viele meiner Gitarrenschülerinnen gehen an mir vorbei, wenn wir im selben Raum sind. Das führt zu allen möglichen Dingen, die nichts mit Musik zu tun haben. Die Tutorials im Spiel lassen sich mehrmals ansehen. Wenn du mir jedoch immer wieder die gleiche Frage persönlich stellst, werde ich wahrscheinlich frustriert und gehe weg. Das Tolle ist: Wenn du es vermasselst, wird niemanden verletzt. Wenn du eine echte Gitarre spielst, deinen Amp aufdrehst und stundenlang verstimmt spielst, während dein Nachbar in der Wohnung über dir zu schlafen versucht, kann das zu häuslicher Gewalt führen.

Manche Leute verstehen einfach die Notwendigkeit nicht, das eigene Handwerk laut üben zu müssen nicht. Aber das Konzept ist das gleiche. Ich kann es am Ende des Tages nicht für dich tun. Du musst deine Hand auf die virtuelle Gitarre legen und es selbst versuchen. Es werden Fehler gemacht. Aber Übung macht den Meister und die Lernkurve ist bei diesem Spiel viel weniger steil. Digitale Lektionen dazu sind viel einfacher, weil ich dir nicht drei Jahre lang zuhören muss, bevor du ‘Smoke On The Water’ spielen kannst.

METAL HAMMER: Hattest du bereits Erfahrungen im VR-Bereich gemacht, bevor du die Kooperation mit ‘Unplugged’ angegangen bist?

Satchel: Meine bisherige VR-Erfahrung war vor der Zusammenarbeit ziemlich begrenzt – und beschränkte sich überwiegend auf schlechte Pornos.

METAL HAMMER: Digitaler Gitarrenunterricht im Allgemeinen scheint mittlerweile keine Ausnahme mehr zu sein. Kombination mit VR scheint mir jedoch etwas Neues zu sein. War die Zusammenarbeit mit Vertigo deshalb für besonders attraktiv für dich?

Satchel: Sie haben mir 300 Dollar bezahlt. Und eine Kiste Bier. Das kann niemand ablehnen. Aber ich war wirklich aufgeregt, weil dieses Spiel einfach so viel Spaß macht. Und ich denke, für Leute, die noch nie versucht haben, Gitarre zu spielen, könnte es eine Brücke darstellen. Diese Leute werden erleben wie es ist, Gitarre in einer beschissenen Band zu spielen. Das ist, was ich liebe und wofür ich lebe.

Satchels Zukunft in der Videospielbranche

METAL HAMMER: Hat deine Zusammenarbeit mit ‘Unplugged’ und Vertigo deine Sichtweise auf Virtual Reality verändert? Und wenn ja, auf welche Weise?

Satchel: Diese Erfahrung hat meinen Geist definitiv geöffnet wie gutes LSD. Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß beim Spielen eines Videospiels. Dieses Spiel ist eine ganz neue Herangehensweise an Luftgitarre und Gaming. Die Möglichkeiten sind unendlich!

METAL HAMMER: Also könntest du dir vorstellen in Zukunft noch einmal mit einem Videospielentwickler zusammenzuarbeiten? Gibt es bereits konkrete Pläne in diese Richtung?

Satchel: Ich hatte so viel Spaß mit Marcus und Vertigo Games. Ich hoffe, wir können noch mindestens acht solcher Spiele zusammen machen.

METAL HAMMER: Letzte Worte – Willst du noch etwas loswerden?

Satchel: Geht los und kauft dieses Spiel. Und alle Steel Panther-Platten. Ich liebe euch.

 

 

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