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Iron Maiden: Wahnsinniger Pharao

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Das hätte sich „The British Bulldog“ und Premier­minister Winston Churchill zu Lebzeiten nicht träumen lassen: Er gehört dank des Intros zu LIVE AFTER DEATH (1985) mittlerweile zum festen Inventar der Rock-Geschichte. So martialisch die Einleitung aus dem Jahr 1940 wirkt („We shall fight on the beaches, we shall fight on the landing grounds, we shall fight in the fields and in the streets, we shall fight in the hills. We shall never surrender.“), so episch fällt die Inszenierung auf dem ersten vollständigen Live-Album in der Geschichte von Iron Maiden aus.

Die Aufnahmen finden in Long Beach, Kalifornien, statt (zusätzlich werden für die LP-Version fünf Lieder im Londoner Hammersmith Odeon mitgeschnitten). Speziell auf der VHS werden die Sinne mit einer perfekten Präsentation aus Musik, Ton, Licht und ägyptischen Bühnenbauten geflutet. „Wir wollten ein richtiges Live-Album machen“, erinnert sich Harris an die internen Vorgaben.

„Wir waren gegen jede Art von Overdub. Die Vorbilder hießen MADE IN JAPAN von Deep Purple sowie Thin Lizzys LIVE AND ­DANGEROUS, weil diese Aufnahmen den Liedern eine neue Dimension verleihen und gleichzeitig dem Hörer das Gefühl vermitteln, ganz nah dran an der Band zu sein.“ Operation gelungen, Patient headbangend begeistert.

„Es überrascht mich, dass wir diese Tournee überstanden haben.“

Jetzt hat die Welt eine Vorstellung davon, was Iron Maiden tatsächlich ausmacht. Die Art und Weise, wie die Mannen um Bruce Dickinson das Publikum in ihren metallischen Kosmos entführen (welcher mit seinen geschichtsträchtigen Inhalten nicht nur den Nacken, sondern auch das Hirn animiert), ist bereits zum damaligen Zeitpunkt mehr als außergewöhnlich.

Die theatralische (und trotzdem augenzwinkernde) Inszenierung unterscheidet sich elementar von der Konkurrenz und ist musikalisch gleichermaßen beispiellos wie unantastbar. So sehr die Musiker unter den Strapazen leiden – LIVE AFTER DEATH ist Zeugnis einer perfekt eingespielten Band. „Es überrascht mich, dass wir diese Tournee überstanden haben“, blickt Nicko McBrain ein wenig kritisch auf die Konzertreihe zu POWERSLAVE (1984) zurück.

„Was den Zeitplan anging, war das unsere härteste Tour überhaupt. Wir spielten vier Shows am Stück, einen Tag Pause, dann wieder vier Shows. Einmal waren es sogar fünf Konzerte hintereinander, der reine Wahnsinn! Beinahe hätte diese Zeit die Band zerstört.“ Der von Manager Rod Smallwood dicht gezimmerte Terminkalender ist ein emotionaler Ritt auf der Rasierklinge, verleiht der Band jedoch neue Hochgefühle. Nur einen Monat nach seiner Veröffentlichung wird LIVE AFTER DEATH mit Gold prämiert. Steve Harris ist überzeugt: „Das war wahrscheinlich die beste Bühnen-Show, die wir je hatten.“ Was soll jetzt noch kommen?

Die komplette Live-Historie von Iron Maiden findet ihr in der aktuellen METAL HAMMER-Dezemberausgabe:

Die METAL HAMMER Dezember-Ausgabe 2017: Iron Maiden, Black Sabbath, Kataklysm u.v.a.

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Iron Maiden und Saxon: Tour-Rider von 1983 aufgetaucht

Tour-Rider sind längst in die Analen der Rock-Geschichte eingegangen. Van Halen sei Dank. Die Rocker forderten, dass die brauen M&Ms aus allen Schoko-Linsen heraussortiert werden. Slayer wollten einst 100 schneeweiße Ziegen, einen Halaal-Schlachter dazu Kühlschränke um das Ziegenfleisch aufzubewahren sowie vier schwarze Yoga-Bälle. War ne Verarsche, logo. Ob Iron Maiden und Saxon hier in Sachen Größenwahn mithalten können? Beide Bands spielten am 28. Juni 1983 im Seattle - und forderten unter anderem folgendes ein. Die Briten wussten: Sie werden Durst haben. Und Hunger. Daher standen auf dem Iron Maiden-Tour-Rider unter anderem: ein Kasten Löwenbräu ein Kasten Heineken zwei Kästen englisches Bier…
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