Judas Priest: Rob Halford ist 36 Jahre trocken

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Rob Halford von Judas Priest feierte am 16. Januar 2022 den 36. Jahrestag seiner Abstinenz. Der 70-jährige Sänger postete ein Foto seines Medaillons der Anonymen Alkoholiker, auf dem die Worte „to thine own self be true“ (zu Deutsch: „sich selbst treu sein“) und „unity, service and recovery“ („Einheit, Dienst, Genesung“) um die römische Zahl 36 eingraviert sind. Unter dem Foto schrieb er: „Ein Tag nach dem anderen. Danke für eure Liebe und Unterstützung, ihr bedeutet mir alles.“

Rob Halford gegen den Bierteufel

Mit Mariskal Rock sprach Halford kürzlich darüber, wie er seit 1986 den Drang, rückfällig zu werden, bewältigt und vermieden hat. „Ich denke die ganze Zeit darüber nach“, sagte er über das Trinken von Alkohol. „Es ist eine Sucht. Als ich neulich das Spiel der Phoenix Cardinals im Fernsehen sah, gab es ständig Werbung für Bier und Alkohol und so. Und ich weiß, dass es da ist. Und es ist eine Versuchung. Man muss also alle mentalen Mittel bereithalten, um diese Situation zu überstehen. Denn es dreht sich alles um Instanzen. Und ich lebe einen Tag nach dem anderen. Ich lebe jetzt schon seit 35 Jahren einen Tag nach dem anderen. Und das ist alles, was zählt. Es ist der Augenblick.

Man lebt in der Gegenwart – nicht gestern, nicht morgen, es ist jetzt. Und man muss darauf vorbereitet sein, wenn der kleine Bierteufel auf die Schulter hüpft und sagt: ‚Komm schon, Rob. Nimm einen kleinen Schluck.‘ ‚Verpiss dich.‘ Denn so will ich mich nicht mehr fühlen, Mann. Diese Person will ich nicht sein. Ich war unglücklich, ich war nicht glücklich. Ich war schlecht zu meinen Mitmenschen. Das will ich nicht noch einmal durchmachen. Das ist also auch ein Teil davon, wie ich ein Gleichgewicht in meinem täglichen Leben finde.“

 

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Tägliche Versuchung

Auch 2020 sprach der Musiker im „Across The Board“-Podcast über die Nüchternheit auf Tour. Auch hier erzählte Halford, dass sich ihm die Herausforderung, trocken zu bleiben, jeden Tag aufs Neue stellte. „Man hat alle Werkzeuge und Ressourcen aus der Reha. Ich benutze sie jeden Tag. Ganz viele davon sind mentale Notizen, die ich regelmäßig durchspreche (…).“

Speziell der Gedanke die gesellschaftliche Wiedereingliederung, die Rückkehr ins „normale Leben“ nach dem Entzug, bereitete Rob Halford Kopfschmerzen. „Ich erinnere mich, dass wir darüber sprachen, dass ich in diese Welt von Sex und Drogen, Rock ’n‘ Roll und Alkohol zurückkehren werde. Ich wusste nicht, wie ich damit zurechtkommen sollte. (…)  Ich werde nicht in kleinen Schritten vorgehen können, ich werde mich ins kalte Wasser stürzen. (…) Innerhalb der Band haben wir eigentlich nie darüber gesprochen, aber es gab Fürsorge und Verständnis – so ist es auch heute noch“, so Halford weiter.

„Wenn wir zu einer Show fliegen und die Jungs ein Bier oder einen Cocktail oder was auch immer trinken… Mann, würde ich auch gerne ein kaltes Bier trinken. Ich kann es riechen, wir sitzen ja zusammen im Flugzeug. Es ist wie dieser kleine Engel auf der einen Seite und der Teufel auf der anderen Seite der Schulter. Mein erster Gedanke ist aber immer, dass ich nie wieder krank sein will. Ich will mich nie, nie wieder so schlecht fühlen. Nie wieder will ich an diesem schrecklichen, dunklen, einsamen Ort sein. Es ist also flüchtig. Aber es ist immer da.“

Nüchterne Metal-Brüder

Halfords langjähriger Partner, Thomas Pence, hörte nach der gemeinsamen Begegnung vor knapp 30 Jahren mit dem Trinken auf. Für den Judas Priest-Sänger ist das eine große Unterstützung. Außerdem gab er an, dass ihm sein Glaube an eine höhere Macht bei seiner Genesung geholfen hat. „Als ich clean und nüchtern wurde, war das eine große Veränderung in meinem Leben“, sagte er während eines Auftritts in Hatebreed-Frontmann Jamey Jastas offiziellem Podcast The Jasta Show„Und ein Teil meiner Genesung ist mir durch den Glauben an eine höhere Macht gelungen. Es funktioniert.“ Ab und an betet der Musiker, um sich die schönen Seiten des Lebens vorzuführen.

„Jeder muss sich irgendwann im Leben mit Dingen auseinandersetzen. Das muss nicht unbedingt etwas mit Alkohol und Drogen zu tun haben. Man kann auch zu viel essen oder keinen Sport treiben oder was auch immer… Es ist nicht einfach, im Rock ’n’ Roll-Bereich clean zu bleiben. Vom Aufwachen bis zum Schlafengehen gibt es jede Menge Versuchungen, vor allem, wenn man auf Tour ist. Ich finde fast, dass meine Freunde und nüchternen Brüder im Metal zu den stärksten Menschen überhaupt zählen.“

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Judas Priest: Künstlerische Würdigung

Eine ganz besondere Ehre erfährt das Judas Priest-Kultalbum SCREAMING FOR VENGEANCE. Gewissermaßen von Fans für Fans umgesetzt, wie das Interview mit Autor Rantz Hoseley deutlich aufzeigt. METAL HAMMER: Rantz, du warst bereits Judas Priest-Fan, als SCREAMING FOR VENGEANCE erschien. Wie kamst du dazu, und hast du damals auch andere Metal-Bands gehört? Rantz Hoseley: Ich stand schon immer auf härteren Rock, doch in jüngeren Jahren mochte ich vor allem AOR-Bands wie Styx. In der siebten Klasse brachte einer meiner Kameraden eine Kassette mit ‘Hell Bent For Leather’ und ‘Killing Machine’ mit zur Schule. Wir drängten uns alle heimlich um den Ghettoblaster…
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