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Megadeth: Bauer sucht Thrash

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Das komplette Interview mit Dave Mustaine von Megadeth findet ihr in der METAL HAMMER-Februarausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

Zeit, die Gitarre niederzulegen

Ob der Abschied nun im All, auf einem norddeutschen Acker oder irgendwo in Amerika stattfinden wird – wir haben noch ein paar Jahre, um uns an Megadeth zu erfreuen. Und Dave Mustaine hätte Gelegenheit, letzte unerreichte Ziele zu erfüllen – so es diese denn gäbe. „Ich habe alles erreicht, was ich erreichen wollte“, ist er überzeugt. Er denkt dabei nicht zuerst an Alben, Charts, Tourneen: „Ich habe die Frau geheiratet, die ich liebe. Ich habe gesunde Kinder. Ich habe jetzt Enkelkinder, eine gesunde Enkelin, und ich konnte mit meinen Händen etwas schaffen, das das Leben von Menschen verbessert hat“, schwenkt er auf seine stilprägende Karriere um.

„Nie hätte ich gedacht, dass ich jemand sein würde, der einen Musikstil entwickelt, der den Menschen dabei hilft, sich besser zu fühlen. Eigentlich wollte ich Baseball spielen“, erinnert er sich, und lacht auf. „Aber aus irgendeinem Grund habe ich einfach Gitarre gespielt, und das war, was mir gefallen hat, was mein Leben in den folgenden 40 Jahren verändern würde, und das Leben vieler anderer Menschen“, lässt er – im selben Atemzug bescheiden und legendär selbstbewusst – wissen.

Neue Seite

Umso schwerer wiegt das Finale des Albums ­MEGADETH (zumindest das offizielle – der Bonustrack setzt noch einen drauf, doch dazu später mehr). In ‘The Last Note’ schlagen Megadeth düstere, nachdenkliche Töne an. Ein Abschiedslied durch und durch, mit Gänse­hautmomenten und anrührenden Zeilen wie „The guitar got heavy, time to lay it down“ („Die Gitarre wurde schwer; Zeit, sie niederzulegen“). Hier klingt die ­Sehn­sucht nach einem ruhigen, friedlichen, zurückgezogenen Privatleben an, im Gegensatz zum jahrzehntelangen Kreislauf aus Komponieren, Aufnehmen und Touren, einem Leben im sprich- und wortwörtlichen Scheinwerferlicht. Eine Seite von Dave Mustaine, die man bisher nicht kannte.

„Es war einfach an der Zeit für mich, zurückzublicken, mit dem Spielen aufzuhören und Zeit mit meiner ­Familie zu verbringen“, knüpft er an seine vorherigen, sehr privaten Gedanken an. „Ich habe eine Frau, die ich sehr liebe, ­Kinder, die ich liebe, eine Enkelin, die ich sehr liebe. ­Manche Leute, die Musik machen, haben eine Beziehung mit jemandem, gehen dann auf Tournee und …“, er pausiert, sucht nach den richtigen Worten, „bleiben nicht in der Beziehung. Sie heiraten, bekommen Kinder, lassen sich scheiden.“ Ob er dabei an spezielle Personen denkt, lässt er offen. „Andere Leute bleiben verheiratet und leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Ich bin schon sehr lange verheiratet.“ Er rechnet konzentriert, zählt im Kopf nach, klopft dabei auf die Knie.

Leben auf dem Bauernhof

„Seit 35 Jahren. Ich trage Verantwortungen. Wir wollten auf einen Bauernhof ziehen, einige Tiere auf unserem Bauernhof haben. Auf jeden Fall Pferde, außerdem Getreide, Gemüse und Obst anbauen.“ Handarbeit – im Boden statt an der Gitarre. Der Gedanken­strom lässt ihn nicht mehr los. „Als ich noch ein kleines Kind war, lebten meine Mutter, meine Familie und ich auf einer Farm, und das war eines der Dinge, die ich wirklich liebte. Hühnereier sammeln, alles zu ernten, was reif war, das fand ich wirklich toll. Also, ja, ich möchte touren und spielen können, aber auch ein Gleichgewicht haben, und genau das kommt jetzt ins Spiel. Wir wissen, dass es Zeit für uns ist, die Gitarre an den Nagel zu hängen. Aber wir werden vorher noch mal alle sehen. Wir werden keinen Ort auslassen – wir wissen, wo wir hinmüssen“, findet er den Bogen zurück zur Promotion der Farewell-Tour.

Den Rundumschlag zu Dave Mustaine und Megadeth bekommt ihr übrigens in der aktuellen Ausgabe des METAL HAMMER — inklusive ausführlicher Titel-Story zum finalen Album der Band. METAL HAMMER 02/2026 gibt es ab sofort am Kiosk oder bei uns im Webshop. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

Dass ‘The Last Note’ eine treffende, würdige und anrührende Art und Weise ist, ein Abschiedsalbum zu beschließen, steht außer Frage. Aber nach den Erfahrungen mit Bands wie Scorpions, Slayer, Mötley Crüe und allen anderen Aus-der-Rock-Rente-Rückkehrern: Man kriegt den Musiker aus der Band, aber nicht aus dem Menschen. Tonnenweise ungenutzte Riffs, Ideen und Songs müssen in den Schubladen und Speichern eines Dave Mustaine liegen und auf Weiterverwertung ­warten.

Alles kann, nichts muss

Sind dies also wirklich die letzten Noten, die wir von ihm als Gitarrist und Songwriter hören werden – ob mit oder ohne Megadeth? Beinahe wirkt er ertappt: „Oh, das ist eine gute Frage. Darüber habe ich noch nicht nach­gedacht“, gibt er sich überrascht. „Ich muss mich an das halten, was ich gesagt habe: dass dies das letzte Studio­album für Megadeth ist und wir auf Tournee gehen werden, um dieses Album zu unterstützen.

Ob drei, vier oder fünf Jahre – so lange, wie es eben dauert. Nicht zu vergessen: Wir haben viele Tracks, die wir live gespielt haben, könnten also noch eine Veröffentlichung mit sehr guten Konzertaufnahmen herausbringen und noch ein paar andere Sachen.“ Ein Live-Album ist also nicht unwahrscheinlich – wenig überraschend, dass der große Abschied einer der größten Thrash Metal-Bands der Welt für die Nachwelt festgehalten werden soll.

Nicht bereit für Aufnahmen

Und dann? Alles kann, nichts muss; Kreativität passiert, wenn sie passiert. Jedoch beharrt Mustaine darauf: „Ich bin nicht bereit, zum jetzigen Zeitpunkt irgendetwas aufzunehmen. Wie gesagt, wir haben das letzte Studioalbum für Megadeth aufgenommen und werden es bis zum Gehtnichtmehr betouren. Und hoffentlich gefallen den Leuten die Songs. ‘Tipping Point’ kam bereits großartig an.“ Und es wird beim Berlin-Konzert, wenige Stunden nach dem Interview, zum dritten Mal live gespielt werden, als erster Vorbote des kommenden Albums MEGADETH.

Eine ausführliche Wertschau der Megadeth-Alben findet ihr in METAL HAMMER 03/2026. Die Titel-Story klärt außerdem unter anderem, welche körperlichen Zipperlein den Megadeth-Chef beschäftigen und wie wichtig die anderen Band-Mitglieder beim Komponieren von MEGADETH waren. Die METAL HAMMER-Februarausgabe 2026 ist erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

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Dave Mustaine erhält Schwarzen Gürtel im Jiu-Jitsu

Dave Mustaine hat den Schwarzen Gürtel im Jiu-Jitsu erhalten. Der 64-jährige Megadeth-Sänger wurde am 7. Dezember, an der Seite von fünf weiteren Männern, mit dem Schwarzen Gürtel ausgezeichnet. Sein Trainer Reggie Almeida, der Teil der brasilianischen Jiu-Jitsu-Schule ist, gratulierte den Männern über die Sozialen Medien. Stärke, Herz, Durchhaltevermögen und Bescheidenheit Unter einem Beitrag, auf dem die Mitglieder des Sportteams stolz mit ihren schwarzen Gürteln posieren, schrieb er: „Heute war nicht nur eine Gürtelauszeichnung… Es war ein Tag, der mein Herz berührt hat. Zu sehen, wie diese sechs Männer ihre schwarzen Gürtel bekommen, war emotional für mich – denn ich kenne…
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