Nickelback: Spagat zwischen Extremen

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Jetzt haben sie endgültig den Verstand verloren – Nickelback im METAL HAMMER? Wer angesichts dieser „Frechheit“ die Flucht ergreift, übersieht womöglich, dass das kanadische Quartett neben Radio-Hits und Balladen auch einige Songs mit durchaus harten Riffs zu bieten hat.

Kroegers erklärtes Interesse an harter Musik wird in der Metal-Welt gerne übersehen. Dabei veröffentlichten Nickelback bereits 2005 auf dem erwähnten ALL THE RIGHT REASONS das Stück ‘Side Of A Bullet’, das Panteras erschossenem Gitarristen Dimebag Darrell gewidmet ist, welchen man sogar darauf hört. Die Beziehung zwischen beiden Bands entstand, als die Abbott-Brüder die Kanadier bei deren Konzert in Texas besuchten. „Danach kamen sie fast immer zu unseren Shows in Dallas und feierten ihre legendären Partys mit uns. Sie waren einfach groß­artig, wir haben wirklich gerne Zeit mit ihnen verbracht“, erinnert sich Kroeger.

„Der furchtbare Tod von Darrell auf der Bühne schockierte uns zutiefst. Meinen Bruder traf das Ganze sehr, er wurde richtig wütend. Das Einzige, was wir tun konnten, war, ein Lied zu schreiben. Dank unserer Freundschaft zu Vinnie bauten wir Kontakt zu ihrer Familie auf und durften ein Gitarrensolo von Darrell in unserem Song verwenden. Viele Menschen verstehen nicht, dass es zwischen Nickelback und der Metal-Szene eine tiefe Verbindung gibt.“ Die kommende „Rückkehr“ von Pantera verfolgt der Musiker mit Interesse, zumal er mit Rex Brown und Charlie Benante befreundet ist. Er freut sich auf das nostalgische Gefühl, die großen Hits der Band noch einmal live zu erleben, auch wenn die Abbott-Brüder fehlen. „Ich glaube, die anderen gehen sehr vorsichtig vor und wählen selektiv aus, was sie umsetzen. Sollte sich etwas daran falsch anfühlen, werden sie es nicht tun. Ich gehe davon aus, dass sie das Erbe der Band respektieren und alles richtig machen werden.“

Passion für Metal

Seine Passion für Metal entdeckte Kroeger bereits als Heranwachsender. Insbesondere die Platten von Roadrunner Records hatten es ihm angetan: Wann immer ein Album über das Label erschien, kaufte er es blind. „So entdeckte ich auch Sepultura. Egal, was Roadrunner auf den Markt brachten – es war immer Musik, die ich mochte. Eine echte Konstante“, schwärmt der Bassist, der seiner Leidenschaft bis heute treu geblieben ist. In der Woche vor dem Interview besuchte er das Meshuggah-Konzert in New York. „Beim Zusehen dachte ich nur: Wäre ich in einer Metal-Band, müsste ich sofort aufhören – wie soll man je zu dieser Band aufschließen? Statt haufenweise Kohle für ihre Shows auszugeben, setzen sie auf Kreativität, Geist, Energie – und natürlich ihre Musik.

Ich bin seit Jahren riesiger Fan und liebe, was sie tun!“, offenbart Kroeger, und liefert noch eine unterhaltsame Anekdote: „Ich saß im Hammerstein Ballroom und wartete auf den Beginn der Show. Dabei unterhielt ich mich mit einem Typen, der nicht wusste, was er erwarten sollte. Wir sprachen über die Technik der Band und dass ihr Auftritt Musikern vielleicht noch mehr bedeutet. Er fragte mich, ob ich ein Instrument beherrsche, also gab ich mich als Bassist zu erkennen. Danach wollte er wissen, ob ich in einer Band spiele. Er hört nur richtig harten Metal, Nickelback kannte er nicht. Nach kurzem Reinhören verstand er die Welt nicht mehr und meinte, das habe doch gar nichts mit dem Konzert zu tun. Die Sache ist aber die: Ich spiele gerne eine bestimmte Art von Musik, und zwar die Musik von Nickelback. Andere Musik höre ich gerne – Bands wie Meshuggah, aber auch Metalcore und Thrash Metal.

Unerkannt im Moshpit

Das fand er dann doch ziemlich cool. Das Konzert enttäuschte ihn nicht, obwohl ich hohe Erwartungen aufgebaut hatte … Aber nein, bei Metal-Konzerten werde ich nicht oft erkannt.“ Bliebe nur noch eines zu klären: Stimmt das Gerücht, Kroeger wolle ein Slayer-Cover-Album aufnehmen? Der Künstler lacht, wird aber schnell ernst: „Ich wurde in einem Interview offenbar falsch verstanden: Ich selbst fände das spannend. In den Medien stand, Nickelback wollten Slayer covern – die Metal-Szene tobte! Es gibt unter uns durchaus Slayer-Fans, doch es wird nichts dergleichen passieren. Ich spiele ihre Songs einfach gerne, weil ich zu dieser Band eine tiefe Verbindung spüre.“

Welche Probleme die Pandemie verursachte und Infos zu den Hintergründen der textlich breiten Themenpalette lest ihr im kompletten Interview mit Nickelback in der METAL HAMMER-Dezemberausgabe 2022.

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