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Phil Anselmo: Ein Versuch der Klärung

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Das komplette Interview mit Phil Anselmo findet ihr nur in der METAL HAMMER-Februarausgabe.

Phil Anselmo durchlebt zurzeit nicht eben die glücklichste Phase seiner Karriere. Sein unbestritten großartiges Engagement bei Pantera in den 1990ern verblasst zusehends, die Zusammenarbeit mit Down steht auf tönernen Füßen, und seine Entgleisung beim alljährlich stattfindenden „Dimebash“ in Hollywood im Januar 2016, als Anselmo – sichtlich angetrunken – den Hitlergruß zeigte und „White Power“ ins Publikum brüllte, hat seinen Ruf nachhaltig beschädigt. Zumal der nach dem Zwischenfall losgetretene Shitstorm auch dann nicht wieder abflachte, nachdem sich Anselmo für seinen Fehltritt öffentlich entschuldigt hatte.

METAL HAMMER: Phil, ich hoffe, wir sind uns einig, dass dein Hitlergruß und deine „White Power“-Parole schwere Entgleisungen waren, die zu Recht angeprangert wurden. Allerdings muss man dir zugutehalten, dass du dich anschließend sofort dafür entschuldigt hast. Trotzdem haben sich die Wogen bis heute nicht restlos geglättet.

Phil Anselmo: Ja, das stimmt. Leider leben wir in einer Zeit, in der Entschuldigungen nicht akzeptiert werden. Ich kann das nicht ändern. Mir ist nur wichtig, dass die Leute wissen, dass ich damit in keiner Weise etwas Politisches artikulieren wollte. Um direkt über den Vorfall beim „Dimebash“ zu sprechen: Ich habe mich an diesem Abend mit voller Absicht absurd verhalten und leider das gesagt, was ich nun einmal gesagt habe. Anschließend habe ich mich dafür entschuldigt und mich dann umgedreht, um allen weiteren Provokationen aus dem Weg zu gehen.

Das, was ich beim „Dimebash“ gesagt habe, war bedauerlich. Mich hat tief verletzt, dass die Leute mein Verhalten für bare Münze genommen haben. Denn das, was ich gesagt habe, ist nicht meine wahre Meinung. Ich akzeptiere jedes Individuum als Individuum. Ich habe während meines gesamten Lebens, meiner gesamten Karriere die Individualität verteidigt, nicht die Masse. Man muss stark sein, um auf seinen eigenen Beinen zu stehen.

Es gibt auf der ganzen Welt tolle Menschen, unabhängig von ihrer Hautfarbe. Ich finde es absurd, abstoßend und bedauerlich, dass mich manche Menschen in die falsche Ecke stellen wollen. Ich war an diesem Abend mit voller Absicht ein Idiot, um es mal so zu nennen.

Was aber offensichtlich missverstanden wurde.

Wir leben in einer Zeit, in der scheinbar jeder missverstanden wird. In einer Zeit, in der Menschen nur darauf warten, sich aufzuregen, jemanden misszuverstehen oder zu diskreditieren. Ich bin einfach nur ein Musiker, der Texte schreibt und damit Leute erreichen möchte.

All die Missverständnisse entstehen nur, wenn man nicht ehrlich ist. Du kannst dich mit mir unterhalten, kannst mich alles fragen und dir eine eigene Meinung über mich bilden. Ich stehe für jedes Thema zur Verfügung, sodass du dir am Ende ein eigenes Bild von meiner Persönlichkeit machen kannst. Ich kann dann nur hoffen, dass wir uns gegenseitig verstehen. Songs sind Songs, und musikalische Ausdrucksformen sind musikalische Ausdrucksformen.

Hättest du dir eine zweite Chance gewünscht, beispielsweise auf der geplanten Down-Tour?

Unglücklicherweise mussten wir die Down-Shows im Sommer 2016 canceln. Damals hieß es, dass es besser für uns sei, nicht nach Europa zu kommen. Ich habe die Spielregeln leider nicht gemacht. Manchmal muss man Entscheidungen treffen, die für alle anderen das Beste sind, sowohl für die Geschäftspartner als auch die Musiker einer Band. Wir hatten das Gefühl, dass wir die Tournee nicht spielen sollten.

Ich bin froh, dass du mich nach einer zweiten Chance fragst, denn mir ist es wichtig, dass die Menschen, mit denen ich spreche, wissen, dass ich kein übler Kerl bin, dass ich die Menschen auf dem gesamten Globus liebe, den ich immerhin mehrere Male bereist habe. Ich bin vermutlich nicht überall gewesen, war jedoch in genügend Ländern dieser Erde, um deren Kultur, die Menschen, so wie sie sind und alles, was damit verbunden ist, zu respektieren. Es ist bedauerlich und es schmerzt, dass wir im Sommer 2016 die Down-Shows nicht spielen konnten, weil uns dies nicht erlaubt wurde. Ich kann für diese Entscheidung nichts.

Du leidest aber spürbar darunter, nicht wahr?

Ich wünsche mir nichts mehr, als all diesen Scheiß hinter mir lassen zu können, und dass die Menschen ehrlich mit sich selbst sind. Ich weiß, dass ich ein übler Witzbold sein kann und auch, dass meine Witze manchmal ekelhaft und böse sein mögen, mitunter geschmacklos. Aber sie sind zwar geschmacklos, doch niemals hasserfüllt. Ich hasse niemanden und weiß, dass wenn Menschen mit mir sprechen und mich testen wollen, sie am Ende des Gesprächs einen anderen Eindruck von mir haben als davor.

Dies ist ein gutes Gefühl, solange verstanden wird, dass ich mich entschuldigt habe und es mir leid tut, dass ich Leute verärgert habe. Ich möchte niemanden verärgern. Glaub mir, ich möchte in meiner Musikerkarriere immer nur Freunde gewinnen und nicht irgendjemanden hassen.

Das komplette Interview mit Phil Anselmo findet ihr in der METAL HAMMER-Februarausgabe. Ihr bekommt METAL HAMMER 02/2018 ab 17.1.2018 am Kiosk oder indem ihr das Heft per Mail bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

Die METAL HAMMER Februar-Ausgabe 2018: Machine Head, Bruce Dickinson, Watain u.v.a.

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