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Amon Amarth Jomsviking

Melodic Death, Sony (11 Songs / VÖ: 25.3.)

6/ 7
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Die Frage, ob sie durch die Wikingerthematik in irgendeiner Weise eingeschränkt würden, beantworten Amon Amarth mit einer Axt. Einer Axt namens JOMSVIKING.

Wiederholungen sind langweilig, Traditionen und Trademarks hingegen Gold wert; so schleifen die Schweden im 25. Band-Jahr auf ihrem zehnten Album ihre Stahlklinge an manch abgewetzter Ecke neu. Am augenfälligsten dabei: JOMSVIKING ist das erste echte Konzeptalbum, nachdem DECEIVER OF THE GODS mit mehreren Songs über Loki bereits in diese Richtung schielte. Hierbei schafft die Band ein Kopfkino, ganz ohne auf Klimbim wie ausgedehnte Spoken Word-Passagen, erzählerische Instrumentals oder cineastische Orchesterbegleitung zurückgreifen zu müssen. Allein dafür muss man seinen Helm ziehen! Offensichtlich gehen Amon Amarth in der Story voll auf und schöpfen wilde Energie daraus. Damit ist JOMSVIKING, im druckvollen und klaren Sneap-Sound, ein Amon Amarth-Album durch und durch, inklusive aller liebgewonnenen Elemente – vor allem aber mit angriffslustigen, wikingerstarken Songs!

‘First Kill’ und ‘On A Sea Of Blood’ sind knallharte (Melodic) Death Metal-Hits: wuchtig, packend, knackig riffend und mit einem Johan Hegg, der stimmlich variabel in finstersten Tiefen fischt. Details wie der düstere Basslauf während der ersten ‘First Kill’-Strophe, das nervöse Riff, die Tempovariationen und schließlich das Aufbrechen in den mächtigen Refrain begeistern und unterstreichen, was Amon Amarth über die Jahre so stark hat werden lassen!

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Epen können sie ohnehin längst, was sie unter anderem mit dem Stampfer ‘Wanderer’, dem hymnischen Klagelied ‘One Thousand Burning Arrows’ und dem galoppierenden ‘At Dawn’s First Light’ unter Beweis stellen. Vor allem letztgenannter Song betont zugleich die immer deutlichere Hinwendung zum traditionellen Heavy Metal: Ohne Heggs Knurren könnte dieser Song auch von den anderen METAL HAMMER-Lieblingsschweden Grand Magus stammen. Auf die Spitze treiben die Wikingerburschen ihre True-Werdung mit ‘A Dream That Cannot Be’: Im Grunde der klassische, erhabene Amon-Frontalangriff, wäre da nicht Doro als gesanglicher Gegen-Part zu Johan Hegg. Ein Gastauftritt, der vielleicht nicht allen Fans schmeckt – gewiss aber bringt die Metal-Queen ihre eigene Note mit rein und zeigt sich von ihrer rabiaten Seite. Auch ‘Raise Your Horns’ wird Kontroversen unter den Anhängern hervorrufen, steht aber triumphierend über 99 Prozent aller Methorntrinklieder und wird kommende Konzerte zu echten Heidenfesten machen! Bleibt die Gretchenfrage:

Wie sieht’s aus mit einem ‘The Pursuit Of Vikings’-Nachfolger? Nun, eine Kopie davon gibt es dankenswerterweise nicht, mit ‘The Way Of Vikings’ und ‘At Dawn’s First Light’ aber mindestens (!) zwei Stücke gleichen Hit-Kalibers. Reichlich neuer Stoff für epische Live-Schlachten ist also garantiert. Die besten Äxte schmiedet eben der Meister.


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