Herzlichen Glückwunsch nach Finnland: Amorphis stellen mit UNDER THE RED CLOUD zum sechsten Mal das Album des Monats im METAL HAMMER. Nach TUONELA 1999 gelang das Kunststück ECLIPSE (2006) und SILENT WATERS (2007) sowie THE BEGINNING OF TIMES (2011) und CIRCLE (2013), so dass der Band jetzt erstmals der Hattrick glückt!
Die Tatsache, dass Amorphis seit Jahren immer in den Top-Regionen des METAL HAMMER-Soundchecks rangieren, beweist gleich mehrere Dinge: 1. Ihre Musik ist so vielschichtig, dass sie die Herren Müller und Sauermann ebenso verzückt wie einen Matthias Mineur. Was selten vorkommt. 2. Amorphis schaffen es, ihren Stil beizubehalten, ohne sich und andere zu langweilen. Heißt: Nuancen ändern, nicht aber das große Ganze. 3. Ihre Musik ist zeitlos. Und stets eigenständig genug, um nicht Teil eines Trends zu werden. 4. Klingt banal, ist aber ebenso wichtig: Die Musiker sind nicht auf den Kopf gefallen.
Kluge Texte, sympathisches Auftreten – auch das sind Werte, mit denen Künstler zusätzlich punkten können, wenn denn die Qualität der Songs stimmt. Da Amorphis clever genug sind, diese über die Jahre erlernten und perfektionierten Prinzipien ebenfalls auf UNDER THE RED CLOUD anzuwenden, ist die Platte auch – wie erwartet und erhofft – ein Meisterwerk geworden. Natürlich wegen der großen Hymnen, die nicht mehr aus dem Hirn verschwinden wollen. ‘Bad Blood’ etwa, mit seinen markanten Melodien, aber auch das folkig-treibende ‘Tree Of Ages’, ein klassischer Amorphis-Hit.
Was die Platte jedoch selbst für langjährige Fans der Band spannend macht, sind Tracks wie das melancholisch-dynamische ‘White Night’ mit Aleah Stanbridge als Sängerin oder ‘Death Of A King’, ein detailverliebter Song mit orientalischem Flair und beinahe schon ausufernder Spielfreude. Hier spürt man, dass die Finnen auch nach 25 Jahren noch Lust auf Experimente haben – und in Produzent Jens Bogren den richtigen Mann gefunden haben, der diese Energie in die passenden Wege leiten kann.
So ist UNDER THE RED CLOUD ein Album geworden, das Amorphis’ Ruf als beständige, aber dennoch innovative Band festigt. Und, fast nebenbei eigentlich, dieses wohlig-warme Gefühl der Zufriedenheit hervorruft, das sich einstellt, wenn man merkt, dass einige Dinge verdammt richtig laufen.
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