Exklusive Judas Priest Vinyl mit dem Metal Hammer 03/24

Amorphis Under The Red Cloud

Folk Metal, Nuclear Blast/Warner (10 Songs / VÖ: 4.9.)

6/ 7
teilen
twittern
mailen
teilen
von

Herzlichen Glückwunsch nach Finnland: Amorphis stellen mit UNDER THE RED CLOUD zum ­sechsten Mal das Album des ­Monats im METAL HAMMER. Nach ­TUONELA 1999 gelang das Kunststück ­ECLIPSE (2006) und SILENT WATERS (2007) sowie T­HE ­BEGINNING OF TIMES (2011) und CIRCLE (2013), so dass der Band jetzt erstmals der ­Hattrick glückt!

Die Tatsache, dass ­Amorphis seit Jahren immer in den Top-­Regionen des METAL HAMMER-Soundchecks rangieren, beweist gleich ­mehrere Dinge: 1. Ihre Musik ist so vielschichtig, dass sie die Herren Müller und Sauermann ebenso verzückt wie einen Matthias Mineur. Was selten vorkommt. 2. Amorphis schaffen es, ihren Stil bei­zubehalten, ohne sich und ­andere zu langweilen. Heißt: ­Nuancen ändern, nicht aber das große Ganze. 3. Ihre ­Musik ist zeitlos. Und stets eigenständig genug, um nicht Teil eines Trends zu werden. 4. Klingt banal, ist aber ebenso ­wichtig: Die Musiker sind nicht auf den Kopf gefallen.

Kluge Texte, ­sympathisches Auftreten – auch das sind Werte, mit denen ­Künstler zusätzlich punkten können, wenn denn die ­Qualität der Songs stimmt. Da Amorphis clever genug sind, diese über die Jahre erlernten und perfektionierten Prinzipien ebenfalls auf UNDER THE RED CLOUD anzuwenden, ist die Platte auch – wie erwartet und erhofft – ein Meisterwerk geworden. ­Natürlich wegen der großen Hymnen, die nicht mehr aus dem Hirn verschwinden ­wollen. ‘Bad Blood’ etwa, mit seinen markanten Melodien, aber auch das folkig-treibende ‘Tree Of Ages’, ein klassischer Amorphis-Hit.

Was die Platte jedoch selbst für langjährige Fans der Band ­spannend macht, sind Tracks wie das ­melancholisch-dynamische ‘White Night’ mit Aleah ­Stanbridge als Sängerin oder ‘Death Of A King’, ein detailverliebter Song mit orientalischem Flair und beinahe schon ausufernder Spielfreude. Hier spürt man, dass die Finnen auch nach 25 Jahren noch Lust auf Experimente haben – und in Produzent Jens Bogren den richtigen Mann gefunden haben, der diese Energie in die passenden Wege leiten kann.

So ist UNDER THE RED CLOUD ein Album geworden, das Amorphis’ Ruf als beständige, aber dennoch innovative Band festigt. Und, fast nebenbei eigentlich, dieses wohlig-warme Gefühl der Zufriedenheit hervorruft, das sich einstellt, wenn man merkt, dass einige Dinge verdammt richtig laufen.


ÄHNLICHE KRITIKEN

WarioWare: Get It Together! (Nintendo Switch)

Wario ist zurück - und hat mit ‘WarioWare: Get It Together!’ eine ganze Wagenladung an neuen, witzigen Mikrospielen im Gepäck.

Gelly Break Deluxe (Nintendo Switch, PlayStation, Xbox, PC)

NEO: The World Ends With You (PlayStation 4, Nintendo Switch)

Fast eineinhalb Jahrzehnte nach ‘The World Ends With You’ folgt nun die lang erwartete Fortsetzung. Diese spinnt allerdings ihre ganz...


ÄHNLICHE ARTIKEL

Gothic-Supergroup Cemetery Skyline veröffentlicht erste Single

Cemetery Skyline haben ihre erste Single veröffentlicht. Die Band spielt düsteren Gothic Rock und besteht aus Mitgliedern von unter anderem Amorphis, Dark Tranquillity und Dimmu Borgir.

Das Metal-Jahr 1994: Die Lawine rollt

Wir feiern das 30. Jubiläum des Musikjahrs 1994, das die Geschichte der Szene an vielen Stellen umschreibt und blicken auf zahlreiche Veröffentlichungen zurück.

Couch: Tomi Koivusaari (Amorphis, Bjørkø)

Tomi Koivusaari debütiert mit seinem Soloprojekt Bjørkø und dem von diversen Szenesängern intonierten HEARTROT – Zeit, ihn näher kennenzulernen.

teilen
twittern
mailen
teilen
Das Metal-Jahr 1994: Die Lawine rollt

Die kompletten 94 Reviews der wichtigsten Alben des Metal-Jahres 1994 findet ihr in der METAL HAMMER-Aprilausgabe 2024, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo! Amorphis TALES FROM THE THOUSAND LAKES Obgleich Amorphis 1994 erst ihre zweite Studioplatte auf den Markt bringen (und noch ziemlich grün hinter den Ohren sind), zeugt TALES FROM THE THOUSAND LAKES davon, wie weit die Finnen damals bereits gedanklich sind – gilt es doch bis heute als ihr Referenzwerk und eine der wichtigsten Veröffentlichung des Genres. Das Quintett um Hauptkomponist Esa Holopainen stützt sich lyrisch…
Weiterlesen
Zur Startseite