Kurz vor Weihnachten schicken sich DEAD BY GUN an die stillen und heiligen Adventsnächte mit rotzigem Punk’n’Roll musikalisch zu unterwandern.
Letztes Jahr haben sie das in Finnland versucht, dieses Jahr sind die Mitteleuropäer dran.
Im Studio hatte die Band hörbar ihren Spass. Stücke wie „Breaking the Silence“ oder der Titel-Song „Pulse“ machen beim hören richtig Laune. Überhaupt macht die Scheibe gute Stimmung – die tanzbaren, Rock’n’Roll-lastigen Stücke lassen den Fuß mitwippen, der Rest macht Lust auf gutes Bier und Feiern. Leider macht die Partyscheibe auf Dauer nicht viel her. Keines der Lieder ist markant genug um im Gedächtnis zu bleiben – aus dem Player, aus dem Sinn. Und was nützen Partylieder, wenn sie keiner auf der Feier hört, weil sie nach dem ersten antesten in Vergessenheit geraten sind? Genau: Nichts.
Diese fehlende Präsenz im Kurzzeitgedächtnis könnte damit zu tun haben, dass die mittelprächtige Produktion, das Mitgegröhle im Hintergrund und die simplen Song-Strukturen schon längst übermäßig bekannt sind. Es könnte aber auch daran liegen, dass die Lieder einfach zu unausgegoren sind, um wirkliche Ohrwürmer zu werden. So als habe man mit aller Macht versucht, jeden noch so kleinen Ansatz in ein Lied zu verwandeln. Es fehlt der letzte Schliff, der den Songs den nötigen Kick gegeben hätte, um wirklich ins Hirn vorzudringen – und auch dort zu bleiben.
Wie dem auch sei: der rotzige Punk’n’Roll macht sich für Fans und Autofahrer ganz gut. Der Rest sollte sich sein Weihnachtsgeld sparen.
Saskia Annen
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