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Ghost Brigade Until Fear No Longer Defines Us

Dark Metal, Season Of Mist/Soulfood (10 Songs / 58:10 Min.) 19.08.2011

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Foto: Seasons Of Mist

Aufmerksame METAL HAMMER-Leser wissen, dass Ghost Brigade einer der Redaktionslieblinge sind. Wie der erneute Soundcheck-Sieg der Finnen beweist, gilt das offensichtlich nicht nur für die Düsterfraktion: Diese Band ist einfach genreübergreifend gut. Das hat sie schon 2009 bewiesen, als sie sich (damals noch vergleichsweise überraschend) die Album-Goldmedaille geschnappt hat.

Diesmal hingegen fiel die Erwartungshaltung größer aus: Ghost Brigade standen unter dem Druck, einen weiteren Schritt in Richtung Melancholie-Olymp bewältigen zu müssen. Noch dazu zeigt sich die Konkurrenz in diesem Monat besonders stark: Etablierte Acts wie Opeth, Edguy oder Dream Theater auf die Plätze zu verweisen, stellt wahrlich eine Glanzleistung dar. Die haben Sänger Manne Ikonen, die Gitarristen Tommi Kiviniemi und Wille Naukkarinen, Basser Janne Julin und Drummer Veli-Matti Suihkonen (plus Swallow The Sun-Keyboarder Aleksi Munter) vor allem deshalb erzielt, weil sie mit Selbstbewusstsein und einer detailliert ausgearbeiteten Vision vom perfekten Ghost Brigade-Song ins Studio gegangen sind. Denn UNTIL FEAR NO LONGER DEFINES US, das so wichtige, weil richtungsweisende Werk, bietet genau den richtigen Mix aus Konstanz und Weiterentwicklung.

Der Anteil an ruhigeren (Post) Rock-Anteilen hat erneut etwas zugenommen, Ghost Brigade ist es jedoch gelungen, nicht in die Falle zu tappen, in der zum Beispiel viele britische Doom Death-Pioniere lange Jahre gefangen waren: Fans des deutlich raueren, kantigeren 2007er-Debüts GUIDED BY FIRE müssen sich bei UNTIL FEAR NO LONGER DEFINES US nicht schaudernd abwenden, sondern dürfen vielmehr die Evolution des Ghost Brigade-Grundkonzepts bestaunen. Denn die Band hat es vollbracht, dieselben Emotionen hervorzurufen wie zu Beginn ihrer Karriere: Das Spektrum reicht von brennendem Zorn über unterdrückte Wut bis hin zu bodenloser Trauer. Jedoch geschieht dies mit anderen Mitteln, die durch ihren subtileren Charakter sogar noch eine Spur ausdrucksstärker wirken.

Denn hier gilt das bewährte Motto: ein schnaubend-wirbelnder Frontalangriff ist oft weniger effektiv als ein blitzschnell ausgeführter, punktgenau platzierter Schlag. Und wer so gar nicht auf Growls verzichten kann und mag, dem sei der Song ‘Clawmaster’ ans Herz gelegt, der so wunderbar grob-groovig startet und von einem zarten, introvertierten Gesangspart kontrastiert wird: großes Arrangement-Können, vor allem in Anbetracht der reduzierten Songstruktur.


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