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GRAND MAGUS Iron Will

Heavy Metal, Rise Above/Soulfood 9 Songs / 41:25 Min. / 20.06.2008

7/ 7
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Foto: Rise Above/Soulfood

Grand Magus sind ein Phänomen: Noch immer haftet ihnen das Etikett „Stoner Rock“ an, obwohl sich der Sound der Stockholmer seit Jahren konsequent in Richtung Heavy Metal entwickelt hat. IRON WILL ist der bisherige Höhepunkt dieser Entwicklung: Die neuen Songs haben mit dem staubigen Flair der Anfangstage wenig gemein, denn in ihnen stecken mehr traditionelle Riffs und Melodien als in den Stücken so mancher True Metal-Band.

Das Album ist gespickt mit klassischen Soli, hymnischen Refrains und einem markanten Groove, der den Nacken bereits beim ersten Hördurchlauf in positive Schwingung versetzt. Es ist jedoch nicht nur das durchgängig hohe Rock-Niveau von Grand Magus, das in diesem Fall die Höchstnote rechtfertigt, sondern die Dichte an herausragenden Songs.

Mit ‘Like The Oar Strikes The Water’ startet IRON WILL bereits mit einem Höhepunkt – folkige Elemente entführen den Hörer in Einsamkeit der schwedischen Wildnis, bevor die eisernen Riffs mit aller Macht zuschlagen. Danach herrscht Metal-Alarm: In ‘Fear Is The Key’ paaren sich pumpende Bass-Groove mit Maiden-Flair und einer Prise Candlemass-Doom.

In der Mitte der Platte befinden sich die beiden eingängigsten Lieder: ‘Silver Into Steel’ startet mit einer sanften Akustikgitarreneinlage, bevor Frontmann Janne Christoffersson mit seiner monumentalen Stimme zum Fäusteschwingen einlädt. ‘The Shadow Knows’ hingegen wütet mit kantigen Priest-Riffs heftig los, entwickelt sich dann aber dank des Refrains zum eingängigsten Track des Albums.

Gegen Ende der Scheibe wagen sich Grand Magus auch an sperrigere Song-Strukturen: In ‘Beyond Good And Evil’ verbeugt sich das Trio vor Mercyful Fate, bevor ‘I Am The North’, eine ebenso innige wie düstere Hymne an die eigenen Wurzeln, das Album beschließt.

Allein anhand der aufgeführten Referenz-Bands lässt sich bereits ablesen, wie groß die stilistische Bandbreite ist, die Janne Christoffersson (Gesang, Gitarre), Mats „Fox“ Heden (Bass) und Drum-Neuzugang Sebastian Sippola auf IRON WILL auffahren. Damit unterstreichen sie nicht nur ihre Liebe zum Abwechslungsreichtum, sondern auch den Willen zu Weiterentwicklung.

Die kleinen, aber wirkungsvoll eingesetzten Dosen, mit denen das Trio seine Alben seit dem 2001er-Debüt GRAND MAGUS immer stärker „metallisiert“ hat, zeugen von einer genauen Vorstellung der (zukünftigen) Band-Karriere. MONUMENT (2003) und WOLF’S RETURN (2005) konnten den Weg zu mehr Härte ebnen, doch mit IRON WILL haben die Schweden ein Stück Stahl geschmiedet, das sowohl durch seine Unbeugsamkeit als auch durch seinen Glanz besticht.

Kommentare der Redaktion

IRON WILL ist eine Steigerung um 100%. Die Schweden treten mti dem neuen Album endgültig aus dem ewigen Stoner-Rock-Schatten und zeigen deutlich, dass in ihnen wahre Metaller stecken. Traditionelle Metal-Arrangements, kernige Doom-Rock-Passagen und die mitreissende Metal-Röhre von Fronter JB sind die umwerfendste Mischung des Monats. Bei diesen unfassbar genialen Songs können selbst Judas Priest mit ihrem lauen Konzept-Album nicht mithalten. Genial.
Thorsten Zahn (7 Punkte)

Ich hätte nicht geglaubt, dass ich von diesen liebenswert-brummigen Jungs mal ein derart süffiges Album zu hören bekomme: Die ersten sieben, acht Lieder zeigen Grand Magus in kompositorischer Bestform – bessere Melodielinien hatten sie noch nie am Start. Hinten wird’s dann zwar wieder etwas bärbeißig und schrullig, doch das gefährdet die Klasse von IRON WILL auch nicht mehr.
Matthias Weckmann (5 Punkte)

Mit ihrem vierten Album gelingt Grand Magus endlich der große Wurf, der sie aus der Geheimtipp-Schublade des doomigen Siebzigerrocks katapultieren könnte. Eisern hat das Trio um Gitarrist und Ausnahme-Stimme JB seine Stoner-Walzen mit dem Willen zum klassisch-metallischen verfeinert und dazu die einschlägigen Hymnen-Handapparate gleich noch mit gefressen. Grandios und magisch – fürwahr.
Frank Thiessies (6 Punkte)

Was für ein Album! Das hätte ich Grand Magus bei aller Hochachtung nicht zugetraut. Zeitloser Rock, klischeefreier Metal (außer bei den Texten), Melodien zum Niederknien und Refrains zum Fäusteschwenken und mitsingen. Daraus sind feuchte Festival-Träume gemacht. Der Sommer kann kommen, denn so wird schon die Hinfahrt zum Open-Air-Acker zum Fest. Herrlich!
Tobias Gerber (7 Punkte)

Die Mischung haben sie aber schön hinbekommen: Durch das pechschwarze Doom-Retro-Gerocke schimmern sogar klassische Old School-Metal-Nuancen durch, was Grand Magus mehr Melodie und Größe verleiht als ihren Genrekollegen. Vor allem aber gewinnt die Kapelle wieder mit der röhrenden Stimme von Frontmann JB – grandios. Wenn die Herren jetzt noch ein paar Hits schreiben, dann gibt’s auch sechs Punkte.
Christof Leim (5 Punkte)

Das Trio spielt nach wie vor düsteren, knallharten Heavy Metal mit schweren, wuchtigen Rhythmen und zeitlosem Charakter, eingebettet in eine gnadenlos drückende Produktion. Das Song-Material ist sehr vielseitig und der vollbärtige Fronter Janne „JB“ Christoffersson singt gleichzeitig brutaler und melodischer als früher – definitiv das beste Grand Magus-Album bislang!
Detlef Dengler (6 Punkte)

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