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Heaven Shall Burn Wanderer

Death Metal, Century Media/Sony (12 Songs / VÖ: erschienen)

7/ 7
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Foto: Promo

Veto schlagen – ein unmögliches Unterfangen? Vielleicht, vielleicht nicht, ganz sicher und dankenswerterweise auch gar nicht das Anliegen von Heaven Shall Burn.

Während das 2013er-Machtwerk einem vernichtenden Frontalangriff gleichkam, geht WANDERER in die Breite. Bereits der Albumtitel deutet es an: Zurücktreten, das große Ganze aus der Distanz betrachten, sich selbst finden – das sind die großen Überschriften des achten Albums der Thüringer. Selbstverständlich kredenzen uns die zornigen Fünf kein naturromantisches Emo-Geschwurbel!

Die Veränderungen finden im Hintergrund statt, haben jedoch deutlich hör- und spürbare Auswirkungen auf das neue Material. Der Eindruck eines weiten Panoramas schlägt sich im Sound von WANDERER nieder: Ohne die band-typische Wall Of Sound bröckeln zu lassen, zeichnen Alex Dietz als Produzent und Tue Madsen (Mix und Mastering) feine Details in den massiven Fels: So dynamisch und natürlich bei allem Druck und aller Gewalt klangen Heaven Shall Burn noch nie. Gut möglich, dass sich künftige Death Metal-Produktionen hieran messen lassen müssen! Der wuchtige, brutal und erhaben marschierende Drumsound eines ‘They Shall Not Pass’ peitscht auf, wie die an alte In Flames erinnernden Gitarrenharmonien, flirrenden Soli (‘Save Me’ mit Wovenwars Nick Hipa) und einnehmenden Melodien (‘Corium’, ‘A River Of Crimson’) zu begeistern wissen und sich schnell ins Gedächtnis fräsen.

‘Passage Of The Crane’ ist von seinem clean gespielten Intro über beinharten Melodic Death Metal bis hin zum Spoken Word-Zwischenteil der Prototyp des Miteinander aus Energie und Melodie, während ‘Prey To God’ mit Cannibal Corpses George „Corpsegrinder“ Fisher ohne Umschweife vernichtet! Der Circle Pit ruft, der nächste schlau in Szene gesetzte Breakdown wartet bereits, wütende und packende Refrains wollen aus voller Lunge skandiert werden (‘Bring The War Home’, ‘Downshifter’). Die zumeist gut verständlichen Texte wirken weniger direkt anklagend, allerdings gewohnt kritisch hinterfragend, oft nachdenklicher und melancholischer als bisher. Eine direkte Spiegelung des Gesamtkunstwerks, welches durch das stilvolle Artwork mit (in ihrer ruhigen Ausstrahlung kräftigen) Fotos von Christian Thiele abgerundet und perfektioniert wird.

Um abschließend nochmals den Vergleich zum Vorgänger VETO zu bemühen: Statt eines zielgerichteten Direktangriffs gleicht WANDERER einem alles verschlingenden, malmenden Erdbeben. Die Festivals der nächsten Jahre sollten schon mal ihre Äcker befestigen.

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