Wer sich über den Schock hinwegtrösten muss, dass Candlemass sich nach ihrem für 2012 geplanten nächsten Album zur Ruhe setzen möchten, hat hier den denkbar geeignetsten Kummerkiller vorliegen. Denn nach dem 2006er-Album II und dem famosen Debüt aus dem Jahr 2002 liegt nun endlich das dritte Werk der schwedischen All-Star-Band um Candlemass-Boss Leif Edling vor. Und das Beste gleich vorweg: III: HE WHO SLEEPS AMONGST THE STARS schließt qualitativ wieder zum Premierenwerk auf.
Die Längen, an denen das zweite Werk im Langzeittest litt, sind hier nicht vorhanden. Dafür aber Hymnen, Hymnen, Hymnen. Edling und seine fünfköpfige Promi-Crew verstehen es, die dunklen Melancho-Riffs mit einer ergreifenden Schönheit zu versehen, der man sich schlicht nicht entziehen kann. Sei es mit epischen Monumental-Tracks wie dem über zehn Minuten langen ʻPrince Azaar And The Invisible Pagodaʼ oder stampfenden Rockern wie ʻEmily Payne And The Black Mazeʼ. Diese Kombination aus dem Talent, eingängige, aber dennoch harte Songs zu komponieren, und der Fähigkeit zur stilistischen Vielfalt zeichnet Krux aus – bei (ehemaligen) Mitgliedern von so illustren Acts wie Entombed, Therion, Yngwie Malmsteen oder Opeth verwundert dies selbstverständlich nicht.
Aber was noch wichtiger scheint als das technische Können, ist die Leidenschaft für die Sache. Und die hört man III: HE WHO SLEEPS AMONGST THE STARS jederzeit an: Obwohl die Ideen klassisch sind (von doomig bis traditionell), so wirken sie doch nie geklont. Und mit Mats Levén hat die Band einen Frontmann, der fraglos zu den besten (Clean-)Sängern im harten Rockbereich zählt. Was will man da mehr?
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