Toggle menu

Metal Hammer

Search

Machine Head Bloodstone & Diamonds

Thrash Metal , Nuclear Blast/Warner 12 Songs/VÖ: 07.11.2014

6/ 7
teilen
twittern
mailen
teilen
von
Foto: Machine Head

BLOODSTONE & DIAMONDS ist genau das Album, auf das ich insgeheim gehofft habe. Machine Head zerren endlich wieder ihre ureigenen Qualitäten hervor. Und jene (die Älteren werden sich erinnern) liegen eben nicht in Metal-Prosa, sondern in intuitiven, triebhaften Momenten.

Machine Head waren einst angetreten, um der alteingesessenen Thrash Metal-Anstalt gehörig in den Arsch zu treten: mit vergleichbaren Mitteln, aber anderer Chuzpe. Wie Pantera eben. Mit THE BLACKENING (2007) haben Robert Flynn und seine Kollegen zudem bewiesen, dass sie die klassischen Metal-Fürbitten im Schlaf nachbeten können.

Danke dafür, aber jetzt bin ich froh, dass Machine Head wieder ihre hauseigene DNS präsentieren: Das heißt nicht zwangsläufig, dass die Spielzeit abnimmt (das Gros läuft immer noch nach sechs Minuten ins Ziel), aber das Material wirkt sehr viel spritziger und verzichtet auf ausufernde Soloduelle, ohne dabei spielerische Klasse vermissen zu lassen.

Wenn ‘Imperium’ der kleine Bruder von ‘Davidian’ war, dann steht ‘Ghost Will Haunt My Bones’ in direkter Verwandtschaft zu ‘Ten Ton Hammer’: durchaus mit melodischeren Zügen, aber im Grunde ein vertonter Godzilla-Taumel. In ‘Game Over’ kollidiert eine Ministry-Riff-Schleife mit den überfallartigen Momenten von THROUGH THE ASHES OF EMPIRES (2003): großartig, unnachahmlich, furios. Speziell letztgenanntes Album ist artverwandt zum neuen Werk: Nicht in Gänze überragend, aber der grundlegende Tenor überzeugt vollends.

Mit ‘Beneath The Silt’ hat sich auf BLOODSTONE & DIAMONDS ein Schnarcher eingeschlichen (den Mix können Deftones besser), zudem bereitet der Opener ‘Now We Die’ Kopfzerbrechen: jener hätte sich im hinteren Feld viel besser gemacht, denn die klassischen Arrangements irritieren und sprengen die Intensität des Grund-Riffs. Raum für Neues bleibt auch: ‘Sail Into The Black’ überrascht mit bewegenden Männerchören, und in den zwei Instrumentals zeigt das Quartett atmosphärische Soundtrack-Qualitäten.

Der Sound ist top (Flynn hat dem neuen Bassisten Jared MacEachern einen mörderischen Klang an die Klauen geheftet – schöne Grüße an Adam Duce) und die Spontaneität der Anfangstage sowie der Drang zur metallischen Neuinterpretation sind zurück! Genau dafür braucht diese Szene Machine Head nämlich so dringend. Bravo.

Rund 100 aktuelle Reviews findet ihr in unserer November-Ausgabe.

Das Heft kann einzeln und innerhalb von Deutschland für 5,90 Euro (inkl. Porto) per Post bestellt werden. Einfach eine Mail mit dem Betreff „Einzelheft Metal Hammer 11/14“ und eurer Adresse an einzelheft@metal-hammer.de schicken.
Generell können natürlich alle Hefte auch einzeln nachbestellt werden – alle Infos dazu findet ihr unter www.metal-hammer.de/einzelheft.

Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Ein Mal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

teilen
twittern
mailen
teilen
„Forza Horizon 4“ im Test: Der Fun-Racer ist zurück

Weiterlesen
Zur Startseite