Nachdem ich anlässlich meiner Troll-Rezension im letzten Heft schon in einem Anflug geistiger Umnachtung peinlicherweise Troll-Chef Nagash bei diesem neuen Black Metal-Projekt verorten wollte, sei hiermit klargestellt: Nicht er, sondern sein Kollege aus Dimmu Borgir-Zeiten, Sänger Shagrath, stellt sich hier an die Seite des ehemaligen Gorgoroth-Bassers King Ov Hell.
Beide haben zurzeit nicht wirklich viel zu tun: Dimmu Borgir lavieren mühselig in Richtung eines IN SORTE DIABOLI-Nachfolgers, und Kings „Wir sind Gorgoroth anstelle von Gorgoroth“-Nummer mit God Seed hat sich nach dem Ausstieg von Sänger Gaahl auch erledigt. Frustbewältigung oder Beschäftigungstherapie, das sei einmal dahingestellt – Tatsache ist, dass THE UNDERWORLD REGIME so ziemlich genauso klingt, wie man es bei der Zusammenstellung der Zutaten erwarten durfte: Typischer Spät-Neunziger-Black-Metal, ohne Keyboard-Geklimper, aber doch eher melodisch orientiert – was unweigerlich die Frage nach großen Songs aufwirft.
In der Beziehung gibt es Ansätze (‘Post Modernist Satanist’ etwa ist alles andere als postmodern, sondern charmant stumpf vibrierend, ‘Ghosting’ auf dissonante Art majestätisch), aber auch Ausfälle wie das ideenlos klöppelnde ‘Devil’s Harlot’. Klarer Fall von „Na ja“ – kein schlechtes Album, aber auch keines, auf das die Welt gewartet hat.
Robert Müller
Diese und viele weitere Rezensionen gibt es in der März-Ausgabe des METAL HAMMER.
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