Team Peavy oder Team Smolski, das ist hier die -Frage. Zumindest auf dem Papier – denn immerhin veröffentlichen die einstigen Hauptcharaktere der Metal-Veteranen Rage ihre Alben im Abstand von drei Monaten, liefern sich also wenigstens keinen direkten Kampf um die Käufer. Der Vergleich mit dem Almanac-Debüt TSAR ist dennoch unvermeidlich: Zwar sicherte sich Peavy den Band-Namen, doch während Smolski große Personalien auffährt, verpflichteten Rage mit Marcos Rodrigues (Gitarre) und Vassilios Maniatopoulos (Schlagzeug) zwei eher unbekannte Musiker. Das Ziel ist klar: Rage meiden die Almanac-Disziplin Orchester, wagen zufriedenstellend harte Rückgriffe auf die eigene Historie und erinnern mit erdiger Heavy Metal-Attitüde, fix gezockten, wendungsreichen Riffs und der knurrend-bellenden Stimme von Peavy an ihre Hochphase. Prunkstücke der neuen, alten Richtung: Die melodischen, fein solierenden Ohrwürmer ‘My Way’ und ‘The Final Curtain’, das riffende ‘Back On Track’, das hymnische ‘Deaf Dumb And Blind’ sowie die kritischen Nummern ‘War’ und ‘Times Of Darkness’. Fans des Urmaterials und Puristen kommen mit THE DEVIL STRIKES AGAIN definitiv auf ihre Kosten. Ihre Berechtigung haben damit beide Bands unter Beweis gestellt – wer sich auf lange Sicht durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.
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