Rob Halford WINTER SONGS Review

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Klar: Solche von harten Rockern zusammengestellte Weihnachtsalben sind eine zwiespältige Sache, da die Gefahr besteht, dass man früher oder später hoffnungslos im Kitsch versinkt. Wer allerdings schon einmal während der Weihnachtszeit in den USA weilte und weiß, wie sehr die Amis in jenen Tagen sentimental bis an die Grenze zur Selbstverleugnung durchdrehen, weiß auch, dass selbst ein „Metal God“ blöd wäre, das kommerzielle Potenzial des Fests des großen Konsumgüteraustauschs nicht für sich zu nutzen.

Und da zieht sich Halford einigermaßen würdevoll aus der Affäre: Mit dem eröffnenden, ‘Resurrection’-kompatiblen Up-Tempo-Banger ‘Get Into The Spirit’ stellt Halford klar, dass er – Schneemann hin, Nikolaus her – der ungebrochene Schwermetaller geblieben ist. Auch die restlichen drei Eigengewächse – ‘Christmas For Everyone’ mit seinen rockigen Honky-Tonk-Vibes, das swingende ‘I Don’t Care’ und die schön pathetische, zum Zurücklehnen einladende Ballade ‘Light Of The World’ – sind nicht von schlechten Weihnachtsengeln. Sogar einige Arrangements der gecoverten Weihnachtsschnulzen – allen voran ‘We Three Kings’ und ‘What Child Is This?’ – könnten so in der Form, freilich mit anderen lyrischen Inhalten versehen, durchaus von einem der früheren Alben von Halfords Stammcombo stammen. Verschwiegen werden soll nicht, dass die Scheibe zum Schluss hin dann doch schmalzige Züge annimmt.

Dennoch: Ein ansprechendes Weihnachts-Metal-Album, das uns Schwermetallern zünftige akustische Untermalung des Fests ermöglicht, aber dem Wesen nach weder für Halford- noch für Priest-Fans essentiellen Charakter hat.

Andreas Schöwe

Diese und viele weitere Rezensionen gibt es in der Januar-Ausgabe des METAL HAMMER.


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