Kennt jemand noch Six Feet Under? Das ist die Band um den ehemaligen Cannibal Corpse-Sänger Chris Barnes, der zu seiner Hochphase auch gerne mit dem Ritterschlag „Grunzgott“ tituliert wurde. Nun, während die ehemaligen Kollegen von Erfolg zu Erfolg schnellen, ist es um Six Feet Under in den letzten Jahren merklich still geworden. Allerdings: Vermisst hat die Band auch niemand so wirklich. Wie heißt es so schön? „Irgendwann ist eben auch mal vorbei.“
Dass Onkel Barnes sich damit aber nicht anfreunden will, zeigt die Veröffentlichung von UNDEAD. Mit neuer Mannschaft geht es an den wohl letzten Versuch, die Abwärtsspirale aufzuhalten: Langzeit-Axtmann Steve Swanson ist noch am Start, Drummer Kevin Talley und Gitarrist Rob Arnold verließen Chimaira, um endlich Death Metal spielen zu dürfen. Nicht selten gilt das Sprichwort „Neue Besen kehren gut“, und auch auf UNDEAD – welch Wink mit dem Zaunpfahl – geht es flotter los als erwartet. Aber der Verlauf der 40 Minuten macht deutlich, dass auch die versierten Handwerker Talley und Arnold den Karren nicht mehr aus dem Dreck ziehen können. Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas mal sage würde, aber die Musik von Six Feet Under ist nicht mehr zeitgemäß. Und für ein Prädikat wie „klassisch/zeitlos“ klingt UNDEAD zu zerfahren. Lediglich bei ‘Delayed Combustion Device’ kommt ausnahmsweise mal griffiges Songwriting zum Tragen. Für eine Band wie Six Feet Under natürlich zu wenig.
An den Vorgänger DEATH RITUALS (2008) erinnert sich niemand mehr, und genau dieses Schicksal wird auch UNDEAD erleiden. Eine der einst erfolgreichsten Death Metal-Bands wird zur FDP des härtesten Genres.
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