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Slash featuring Myles Kennedy & The Conspirators World On Fire

Rock, Roadrunner/Warner 17 Songs / VÖ: 12.09.2014

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Über viele Jahre existierte eine Lücke, die Slash nun endgültig geschlossen hat. Genau genommen nicht erst hier und heute, sondern bereits mit APOCALYPTIC LOVE (2012), dessen Nachfolger WORLD ON FIRE nun jedem Rock-Fan ein weiteres breites Grinsen in die Gesichtskonturen brennen wird.

Angesichts der hohen Qualität von WORLD ON FIRE wird allerdings auch die brutale Wahrheit über andere ehemalige Rock-Größen schonungslos sichtbar: Axls Parodie einer Guns N’ Roses-Idee ist ohne ihren zylindertragenden Sologitarristen schon lange abgehalftert, ausgebootet – letztlich eine Farce. Selbst bei den fabelhaften Aerosmith wartet man seit GET A GRIP (1993) auf ein wirklich überragendes Werk. Und Mötley Crüe? Ein begnadeter Sänger vor dem Herrn war deren Frontmann Vince Neil noch nie, obwohl seine Soloscheibe EXPOSED (1993) grandiose Momente hatte und DR. FEELGOOD (1989) vermutlich der letzte wirklich lichte Moment in Neils Karriere war. Aber das ist mehr als zwanzig Jahre her, was also soll man da noch erwarten?

Für sie alle springen Slash featuring Myles Kennedy & The Conspirators in die Bresche, erklären ihren reichlich testosteronbefeuerten Sleaze’n’Classic Rock zur einzig sinngebenden Musikrichtung, und feuern auf WORLD ON FIRE aus allen Rohren. Das vor Lebenslust geradezu explodierende ‘30 Years To Life’ mit seiner spieltechnischen Rasanz, das mit ähnlichem Strickmuster protzende ‘ Beneath The Savage Sun’ oder das mit Rory Gallagher-Riff angetriebene ‘Automatic Overdrive’ – bereits nach drei Tracks leuchten die Ohren des Zuhörers hellrot. Und es geht, mit kleinen Ausnahmen im albernen „Lalala“-Abspann von ‘Battleground’, in Richtung schmalzbefreiter Rock-Musik weiter.


on .

Dass Saitenmeister Saul Hudson (wie Slash einst von seiner Mutter getauft wurde) mittlerweile um Lichtjahre inspirierter als sogar auf den besten Gunners-Scheiben spielt, gehört zu den erfreulichsten Entwicklungen im Rock’n’Roll-Biz. Hinzu kommt, dass seine aktuelle Band The Conspirators aus exzellenten Einzelkönnern besteht (allein Todd Kerns als Bassist und Background-Sänger ist die absolute Wuchtbrumme) und er mit Myles Kennedy (Alter Bridge) den perfekten Rock’n’Roll-Sänger in seinen Reihen hat. Myles Kennedy am Mikrofon ist das, was Slash an seiner Gibson Les Paul, nämlich geschmackvoll, ausdrucksstark, cool, charismatisch – kurzum: weltklasse.

Und so bahnen sich die 16 Songs (inklusive einer Instrumentalnummer) auf WORLD ON FIRE ähnlich souverän ihren Weg durch die Gehörnerven der Öffentlichkeit wie vor zwei Jahren das Material von APOCALYPTIC LOVE. Nur, dass man anno 2014 eine Sorge weniger hat: Slash Featuring Myles Kennedy & The Conspirators gehören beileibe nicht zu den berüchtigten Eintagsfliegen unseres Planeten, sondern zu den besten Rock-Bands, die es aktuell weltweit zu bestaunen gibt.

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