Man muss sich schon die Details sehr genau anschauen, um das Phänomen Van Canto in seiner gesamten Ausdehnung zu begreifen. Denn im deutschen A-cappella-Sextett werden – mit Ausnahme des Schlagzeugs – sämtliche Instrumente via Stimmen nachempfunden. Also auch die Gitarren! Ein kleines Kunststück im Heavy Metal, aber dank sogenannter „Rakkatakka“-Stimmen in hohen und tiefen Tonlagen sowie basischen „Dandan“-Gesängen, die gekonnt die Rolle von Breitwand-Äxten übernehmen, ein offenkundig machbares Unterfangen.
So viel zum Konzept, jetzt zu den neuen Songs: Auf TRIBE OF FORCE stimmen Van Canto erneut überwiegend epische Stücke mit viel Pathos und großen Gesten an. Vergleiche zu den Song-Strukturen von Manowar dürfen nicht verschwiegen werden, obwohl die Truppe sich diesmal – neben elf eigenen Kompositionen – lediglich zweier Cover-Stücke annimmt: ‘Rebellion’ von Grave Digger (mit Gastsänger Chris Boltendahl) und Metallicas ‘Master Of Puppets’.
Ach übrigens, in der Nummer ‘One To Ten’ gibt es dann doch eine echte Gitarre zu hören: Rage-Virtuose Victor Smolski duelliert sich mit einer menschlichen „Gitarrenstimme“, wirklich unglaublich und aufgrund echter Skurrilität absolut hörenswert. Ein Kompliment, das für die gesamte Scheibe gilt.
Matthias Mineur
Diese und viele weitere Rezensionen gibt es in der März-Ausgabe des METAL HAMMER.
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