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Saitenhieb: Zwangsmaßnahmen

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Liebe Leser*innereien,

ein etliche Male durchlaufenes Szenario. Ich lese meine favorisierte Metal-Lektüre und muss einmal mehr folgende Worte über mich ergehen lassen: „Das Album braucht mehrere Durchläufe, bis es zündet.“ Ich kaufe mir also eine empfohlene CD oder Vinyl und soll mich xxx-mal durchquälen, obwohl mir die Scheibe nicht gefällt, um nach vielen Stunden endlich begeistert zu sein.

Aber will ich das? Und vor allem: Ist diese Scheibe auch wirklich gut? Oder ist es letztendlich nicht so, dass ich unbedingt will, dass mir das Album gefällt, weil es von einer meiner Lieblings-Bands ist? Eine jener Formationen, mit denen ich einst zum Metal kam. Eine jener Bands, von denen ich einst ein spezielles Album hörte, das mich sofort gepackt hat und seitdem in meinem Kopf und Herzen der Ultrakult ist. Und da leider sämtliche Werke danach nicht mehr das Niveau erreichen, das ich mir von ihnen erwarte, muss ich mir das alles eben schönhören. Es ist schließlich eine meiner Lieblings-Bands, der ich hündisch treu ergeben bin, und das Album muss deswegen auch gut sein!

Qual um Qual

Mensch bürdet sich schließlich generell gerne Dinge auf, um positiv und optimistisch zu sein respektive zu bleiben. Sich das eigene armselige Leben schöntrinken, um überhaupt noch Licht in der Existenzunlust zu finden. Der Mensch als solcher zwingt sich idiotischerweise gerne zu Dingen, die er im Grunde doof findet, nur um up-to-date, modern oder Teil der Masse zu sein. Sei es beim Essen („schmeckt zwar eklig, aber ist gerade in“) oder hinsichtlich Outfit (dummes Cap, Vollbart und (Fenster-)Brille). Fehlt nur noch, dass man den Nachwuchs zurücksteckt, wo er rausgekommen ist, weil das Blag nicht so ist, wie man sich das vorgestellt hat. Zu viele kommen nicht damit klar, was individuelle Realität ist, sondern drehen geistig um.

Wenn die Kult-Band ein scheiß Album produziert, dann ist es eben so, und man sollte das akzeptieren. Natürlich gibt es viele Songs, bei denen man anfangs nicht alles hört, was drinsteckt, und die beim mehrmaligen Hören noch wachsen – aber dafür muss zumindest der Ersteindruck stimmen, denn sonst fehlt doch jegliche Geduld für diese (schlimmstenfalls) Tortur. Wer will sich schon durch einen Song quälen, der ihm kaum bis wenig gefällt, in der Hoffnung, dass dieser ihn irgendwann doch noch erleuchten möge? Zugegeben, es mag gewisse Leute (vornehmlich Hardcore-Ultra-Fans) geben, die exakt so agieren (Idole und Idioten, aber das ist ein anderes Thema). Aber denen muss man das in solch einer Review nicht extra sagen. Und bestenfalls auch niemanden zu solchen Aktionen motivieren.

Euer Thomas

Ihr erreicht den Autor unter redaktion@metal-hammer.de.

Weitere Highlights

Thomas Sonder schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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Necrophobic: 20 Jahre HRIMTHURSUM

Als Necrophobic 2006 ihr fünftes Album HRIMTHURSUM veröffentlichten, war die Band längst ein fester Bestandteil der schwedischen extremen Metal‑Landschaft. Doch dieses Werk markierte einen Punkt, an dem die Band nicht nur ihre Identität schärfte, sondern sie auch mit massiver Wucht präsentierte. HRIMTHURSUM ist ein Album, das sich nicht zwischen Genre-Schubladen entscheiden will - und genau darin liegt seine Stärke. Es ist Black Metal, es ist Death Metal, es ist „Blackened Death Metal“ im besten Sinne. Ein Quartett im Angriffsmodus 2006 bestanden Necrophobic aus Tobias Sidegård (Gesang und Bass), Johan Bergebäck (Gitarre), Sebastian Ramstedt (Gitarre) und Joakim Sterner (Schlagzeug). Sterner war…
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