Die deutschen Thrash-Metal-Veteranen Sodom haben vergangenen Sommer mit THE ARSONIST ihr 17. Studioalbum veröffentlicht. Schon einige Monate zuvor verkündete Frontmann und Bassist Tom Angelripper, auf unbestimmte Zeit eine Pause vom Tour-Leben einzulegen. Im Interview mit METAL HAMMER erklärte der (noch) 62-Jährige: „Es wird keine Tournee zum Album geben, und die Songs werden nicht live präsentiert – zum Leidwesen von Plattenfirma und Booking-Agentur. Ich habe für mich entschieden, dass ich mehr Zeit für meine Familie, Freunde, Hobbys und mich selbst brauche“
Alles, nur keine Tourneen
Von This Day In Metal erneut auf die Auszeit angesprochen, gab Angelripper kürzlich zu Protokoll: „Ich habe zwei Kinder. Meine Tochter ist 31 und mein Sohn 28. Jetzt kann ich mehr Zeit mit ihnen verbringen und andere Dinge tun.“ Außerdem stünden einige Wiederveröffentlichungen an, und neue Songs schreibe er auch. „Man kann nie aufhören. Das Einzige, was ich einstelle, ist das Touren und all das“, fügt der Gelsenkirchener hinzu. Zwar sei die Entscheidung unangenehm gewesen, jedoch genieße er die freie Zeit, die der passionierte Jäger gerne mal auf der Pirsch verbringt.
Dem Musiker sei durchaus klar, dass mit den fehlenden Auftritten auch finanzielle Einbußen einhergehen. „Ich weiß, dass wir viel Geld verlieren werden, weil wir nicht auf Festivals spielen – allein in Deutschland gibt es rund 50 –, und ich weiß, dass wir Verluste machen. Ich persönlich werde viel Geld verlieren, aber das ist mir egal“, fährt der Sodom-Sänger fort. „Mein Arzt sagte: ,Sie sind in sehr guter Verfassung, aber gehen Sie es etwas ruhiger an. Machen Sie andere Dinge.‘ Ich weiß, dass die Bühne mein Leben ist – der größte Teil meines Lebens. Aber ich möchte nicht so viel Zeit mit Reisen verschwenden. Nicht länger auf Flughäfen und in Hotels, backstage.“
Papierkram und Pläne
Dann kritisiert Angelripper den komplizierten Prozess der Beantragung eines US-Künstlervisums, der mit zu hohen finanziellen und sicherheitstechnischen Risiken verbunden ist. „Es ist sehr schwer, in die USA zu kommen, nur für ein paar Konzerte. Ich will ja nicht in den USA leben“, meint er. Hinzu käme die enorme Bürokratie. „Ich erinnere mich, die letzten Konzerte in den USA waren echt hart. Am Ende müssen wir zur Botschaft nach Frankfurt, haben ein Interview, wie die das nennen, und dann bekommt man den Stempel, und das ist sehr teuer. 2.000 US-Dollar pro Person für die Arbeitserlaubnis – für die Band und auch für die Crew.“
Schließlich antwortet er auf die entscheidende Frage, ob seine Tour-Pause ein „vollständiger Ruhestand“ sei oder ob er plane, irgendwann noch ein paar Konzerte mit Sodom zu spielen: „Nein, nein, nein. Es ist wie bei Tom Araya von Slayer. Erinnert ihr euch, als er aufgehört hat, hat er genau dasselbe gesagt. Er meinte, wenn Slayer ein neues Album veröffentlichen, touren sie weltweit.“ Im Moment gäbe es dahingehend jedoch noch keine Pläne.
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