Arch Enemy: So schreibt Michael Amott neue Musik

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Während eines aktuellen Interviews mit Rauta sprach Arch Enemy-Mitbegründer und -Gitarrist Michael Amott über die Anreize, die ihn dazu verleitet haben, mit Arch Enemy bereits seit 1996 unter dem Melodic Death Metal-Banner kreativ zu schaffen.

„Aktuelle“, moderne Metal-Bands lägen eher außerhalb seines Interesses. „So intensiv höre ich mir die aktuellen Bands gar nicht an“, erklärte er. Stattdessen soll Amott regelmäßig auf die musikalischen Vorbilder zurückgreifen, die ihm seine Eltern schon seit Kindestagen präsentiert haben. Insbesondere klassische Musik und Jazz hätten den Takt im Amott-Haushalt angegeben, wie der Schwede im Gespräch berichtete.

„Eigentlich stehe ich aber auf alles, wenn es eine gute Melodie hat… Vielleicht stumpft man ein bisschen ab, wenn man schon so viele Jahre als Musiker unterwegs ist“, fuhr er fort. „Wenn man etwas schon einmal gehört hat, kann man sich nicht wirklich damit identifizieren.“ Viel eher schwärmte der Musiker von der Idee, beim Songwriting unterschiedlichste Komponenten miteinander zu vereinen, um einen Sound zu schaffen, der bis dato „ungewöhnlich“ beziehungsweise gewöhnungsbedürftig erscheint. „Ich glaube das ist es, was man heute tun muss.“

Melodic Death Metal: Der ultimative Kompromiss?

„Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der Metal und Hardcore Punk noch sehr rein waren“, sagte Amott. „Es war sehr szenebezogen. Man blieb in seiner Spur. Und das habe ich getan; ich bin damit aufgewachsen. Sobald Bands ein bisschen melodischer wurden, habe ich sie einfach fallen gelassen: ‚Scheiß auf diese Band‘, habe ich gedacht. Ich wollte nur das harte, schnelle, schwere Zeug. So war ich – ich war dieser Teenager. Aber dann ist man ein bisschen erwachsen geworden. (…) Ich habe mich mehr dafür interessiert, auch andere Stile in meine Musik einzubauen.“

Als der Interviewer darauf hinwies, dass sogar Amotts frühere Band Carcass in den ersten Jahren „Gore Grind“ spielten und nun einen „melodischeren“ Sound verfolgen würden, sagte Michael Amott: „Ja, und ich denke, ich habe auch zu dieser Veränderung beigetragen. Mit NECROTICISM – DESCANTING THE INSALUBRIOUS (1991) und HEARTWORK (1993) kam natürlich ein Wendepunkt in den frühen Neunzigern – Melodien im Death Metal-Sound.“

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Zurücktreten, um voranzukommen

„Bei Arch Enemy bin ich vor allem an Melodien und Riffs interessiert“, sagte er weiter. „Ich stehe immer noch sehr auf klassischen Metal – aber viel von dem obskuren Zeug. Ich habe so viel Iron Maiden und Judas Priest und all diese Bands gehört, dass ich damit irgendwie durch bin. Ich bin ein Plattensammler, ein Vinylsammler, ich stehe auf all das obskure Zeug, von dem noch nie jemand in großem Stil gehört hat. Aber ich finde darin eine gewisse Inspiration. Und ich stehe auf schlechten Metal aus den achtziger Jahren. Im Grunde mag ich Teenager, die Krach machen, und das gibt mir irgendwie die Energie. Denn ich versuche immer, zu dem 15-jährigen Michael Amott zurückzufinden, der so leidenschaftlich von Metal begeistert war.“ In seinem Musikzimmer würde sich Amott mit Artefakten aus der Metal- und Punk-Kultur umgeben, mit denen er aufgewachsen war und so ständig neue Inspiration schöpfen.

„Ich höre nicht wirklich etwas Neues, das gerade auf dem Markt ist, und denke: ‚Oh, das ist cool. Ich möchte ein etwas davon bei Arch Enemy einbauen.‘ Das passiert nie. Es ist eher so, dass wir alles, was wir je gehört haben, in uns haben. Es geht einfach um eine gute Mischung. Und ich war schon immer an dieser Kombination aus Aggression und Härte mit Melodie und Eingängigkeit interessiert, ohne dabei zu sehr in die Pop-Richtung abzudriften, sondern Metal zu bleiben. Das ist Balance. Aber es ist schwierig. Es ist immer eine Herausforderung.“

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