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Der Soundtrack zum Fluch des Skagerrak
Kenner der vorherigen Alben von Dimmu Borgir bemerken vermutlich im ersten Durchgang von GRAND SERPENT RISING, dass die Norweger bei der Orchestrierung ihrer neuen Songs hörbar abgerüstet haben – und somit die Gitarren wieder stärker in den Vordergrund gerückt sind. „Egal, was wir machen, irgendwer wird sich immer darüber beschweren. Deshalb folgen wir lieber unserem Bauchgefühl“, schickt Silenoz seiner Antwort eine Standortbestimmung voraus. „Den Gipfel in Hinblick auf sinfonische Elemente hatten wir bereits mit ABRAHADABRA erreicht. Mit EONIAN haben wir damit begonnen, wieder herunterzuklettern, denn es besteht eine reale Gefahr, einen zu großen Fokus auf nichtmetallische Aspekte zu legen. Auf der anderen Seite gehören Chöre und Orchestrierungen längst fest zu unseren Ausdrucksmöglichkeiten. Ich denke, wir haben mittlerweile eine gute Balance zwischen rohen Gitarren und sinfonischen Elementen gefunden.“
Sein Kollege merkt an, dass die Orchestrierung von GRAND SERPENT RISINGauch die Auswahl von Produzent Fredrik Nordström (siehe Kasten) und des Studio Fredman beeinflusst hat. Der Band sei es wichtig gewesen, schon im Vorfeld zu wissen, dass der Mann an den Reglern ihre musikalische Vision versteht und der lange Schöpfungsprozess nicht sang- und klanglos im Mix oder dem Mastering verschwindet. „Fredrik hat großartige Arbeit abgeliefert“, freut sich Shagrath. „Wir hatten zuvor schon hervorragende Erfahrungen mit ihm gemacht und wussten, dass er mit dem langwierigen und schmerzvollen Prozess fertigwerden konnte. Außerdem ist Fredrik gut mit unserem fantastischen Arrangeur Gaute Storaas befreundet, was für eine reibungslose Zusammenarbeit sorgt.“
Meilenstein
Die orchestrale Abrüstung sollte keineswegs als Reaktion auf jenen Teil ihrer Anhänger verstanden werden, der noch immer Kritik an ABRAHADABRA äußert. „Dieses Album war ein Meilenstein für uns, und die Kollaboration mit dem Norwegischen Radio-Orchester – hundert klassische Musiker und dazu ein hundertköpfiger Chor – sowie einem so herausragenden Komponisten wie Gaute Storaas erfüllt mich noch immer mit Stolz“, zeigt sich Silenoz beeindruckt. „Es ergibt für uns keinen Sinn, das gleiche Werk ein zweites Mal aufzunehmen. Wir werden oft gefragt, ob wir nicht ein zweites ENTHRONE DARKNESS TRIUMPHANT aufnehmen wollen. Nein! Dann wäre dieses Album für uns nicht mehr etwas Besonderes.“
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Ungewöhnliche Pechsträhne
Wenn Dimmu Borgir ins Studio gehen, ist ihr alter „Fluch“ nie weit. Die beiden Band-Köpfe sind seit Jahrzehnten davon überzeugt, dass sie von einer ungewöhnlichen Pechsträhne verfolgt sind – wobei es sich möglicherweise längst um eine sich selbst erfüllende Prophezeiung handelt. „Ganz egal, wie sehr wir uns vorbereiten und wie sehr wir uns auch vorsehen – irgendwas völlig Unerwartetes geht immer schief“, seufzt der Sänger. „Natürlich sind wir auch dieses Mal nicht davon verschont geblieben.“ Sein Freund und Schwarzseher stößt ins gleiche Horn: „Es passiert, und wir können nichts dagegen tun“, stöhnt auch Silenoz. „Wir können nur darüber lachen, wenn die Technik seltsame Dinge tut und pünktlich zum Studiotermin streikt.“ Zum Glück gibt es keine ernsthaften Ereignisse zu vermelden und weder Mensch noch Tier kamen zu Schaden. Produzent Fredrik Nordström hat zu diesem Thema sogar eine eigene Theorie entwickelt.
Was es mit der „Schlangenkraft“ auf sich hat und warum der gute, alte Teufel kaum noch in den Songs auftaucht, lest ihr in der METAL HAMMER-Juniausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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