Nergal: „Alissa hat die Eier, die in der Metal-Szene fehlen.“

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Chancengleichheit in Anbetracht der Geschlechter – vielerorts findet man, was das betrifft, weiterhin einen Missstand vor. So nicht zuletzt auch in der Metal-Szene, die speziell in Sachen Emanzipation einige Lücken zu füllen hat. Dabei hat das klassische Bild des durchsetzungsfähigen Mannes schon längst ausgedient. Für den Mitbegründer und Sänger der Extreme Metal-Härte Behemoth, Adam Michal ‘Nergal’ Darski, sind etwaige Vorurteile, die sich wacker in der männerdominierten Szene halten, schon lange ein Dorn im Auge. In dem Podcast des klinischen Psychologen Dr. Mike macht der Musiker seinem Ärger ausreichend Luft:

Behemoths Nergal: Alissa White-Gluz – ein Vorbild für beide Geschlechter

„Kaum jemand in der Metal-Szene spricht über Frauenrechte“, sagte Nergal. „Ich weiß, dass es ein chauvinistisches Genre ist, und selbst talentierte und schöne Frauen, die sehr erfolgreich sind, bekommen eine Menge Scheiße von Männern ab, oder werden nicht gleich behandelt, was absolut falsch ist, denn einige dieser Frauen… Wie zum Beispiel Alissa [White-Gluz] von Arch Enemy, mit der wir gerade getourt sind. Sie hat größere Eier als die meisten Metalheads, die ich kenne und die ich getroffen habe, und sie ist wahrscheinlich sogar stärker und mutiger als ich, der ich ein Mann bin.“

 

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Mit gebührendem Respekt gegenüber seiner Musikerkollegin Alissa White-Gluz, Frontfrau bei Arch Enemy, schiebt er den stereotypischen Bildern eines stahlharten und männlichen Metal-Kämpfers den Riegel vor. Dass diese Worte ausgerechnet von einem polnischen Musiker stammen, welcher einst die Black Metal-Welt sein Zuhause nannte und dem als Extreme Metal-Huldiger zumindest noch Corpsepaint geblieben ist, ist mehr als beachtlich. Bezugnehmend auf seine Heimat führt Nergal fort:

„Frauenrechte, was gerade vor ein paar Wochen in den USA und in Polen passiert ist, und Abtreibungsgesetze und so… Wenn man aufgeschlossen ist und sich für Gleichberechtigung einsetzt – man muss kein Sozialist sein, um so zu denken – aber Frauen verdienen ihre Rechte, genauso wie Männer. Und es fühlt sich immer noch so an, als gäbe es ein massives Ungleichgewicht dazwischen.“

Für eine Veränderung: Über Emanzipation muss gesprochen werden

Der bekennende LGBTQ-Sympathisant, der ebenfalls für Frauenrechte einsteht, sieht in der alternativen Szene lediglich ein Beispiel von vielen Lebensbereichen, in welchem Geschlechterungerechtigkeit herrscht. Trotzdem gibt es Hoffnung auf einen baldigen Wandel.

„Wir brauchen Frauen. Wir lieben Frauen. Ich liebe Frauen. Und ich schätze sie. Ich schätze meine Mutter und jedermanns Mutter und ich schätze meine Geliebten und meine weiblichen Fans […] wir sollten uns wirklich zu Wort melden und darüber reden, uns lautstark zu Wort melden, denn es ist sehr wichtig.“

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