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Amon Amarth Twilight Of The Thunder God

Death Metal, Metal Blade Records 10 Songs / 43:24 Min. / 30.09.2008

7.0/ 7
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Foto: Metal Blade Records

Amon Amarth lassen sich weder von Fan-Erwartungen noch von kreativem Druck beeindrucken und gewinnen mit TWILIGHT OF THE THUNDER GOD gleich die nächste Schlacht. Statt mit kreativer Ladehemmung vor ihrem eigenen Schicksalsberg auf der Stelle zu treten, klettern sie mit TWILIGHT OF THE THUNDER GOD auf die nächste Stufe Richtung Metal-Olymp.

Ganz ehrlich, so viel kreatives Potenzial hätte den schwedischen Vorzeige-Wikingern niemand zugetraut, zumal der Vorgänger WITH ODEN ON OUR SIDE (2006) schon ein Riff-Feuerwerk mit Schlacht-Hymnen der Extraklasse war. Schnee von gestern, denn mit TWILIGHT OF THE THUNDER GOD legen Sänger Johan Hegg, die Gitarristen Olavi Mikkonen und Johan Söderberg sowie Bassist Ted Lundström und Drummer Fredrik Andersson ein Meisterwerk melodischen Todesmetalls vor.

Bereits beim ersten Song ‘Twilight Of The Thunder God’ und damit gleichzeitig dem Titel-Track, machen Amon Amarth klar, dass sie sich nicht auf dem Erreichten ausruhen wollen, sondern zeigen allen Neidern und Zweiflern, wo es langgeht. Eine einfache, aber mehr als eingängige Melodie bestimmt den Song, Frontbart Johan Hegg legt mit kriegerischem Gebell seine Marken, und dann wird mit ordentlichem Tempo losgelegt. Im Mittelteil entfaltet sich der Song zu einem schönen Mid-Tempo-Thrasher, und ein fetter, mitreißender Refrain lässt niemanden mehr still sitzen – fertig ist die Kopfkreisel-Hymne. Ein perfekter Einstieg und exakt die Amon Amarth-Hymne, die jeder erwartet – gekrönt von einem zuckersüßen Gitarren-Solo von Children Of Bodom-Axtmann Roope Latvala.

Und der Hymnenreigen will nicht abbrechen, auch ‘Free Will Sacrifice’ kann sich mit stampfendem Beat und super arrangiertem Riffing behaupten. Genial wird der Song, wenn Hegg seine Gewitter-ähnlichen Vocals auf die Sound-Wände legt und diese komplett einnebelt. Dann schlägt einer der Höhepunkte von TWILIGHT OF THE THUNDER GOD ein: ‘Guardians Of Asgaard’. In bester ‘Pursuit Of Vikings’-Tradition führt eine kleine, aber feine Wikinger-Melodie durch den Song, Riffs weisen den Weg, und ein übergroßer Chorus lädt zum Mitgrölen ein. Entombed-Frontmann L.G. Petrov misst sich bei den Vocals mit Johan Hegg, und das gibt dem Song den besonderen Kick. Die perfekte Hymne für die nächste Tour, mit der sie sogar Slayer in ernste Schwierigkeiten bringen dürften.

Bei Thors Hammer, TWILIGHT OF THE THUNDER GOD glüht wie ein frisch geschlagenes Eisen, und wir sind noch nicht mal in der Mitte angelangt. Amon Amarth legen gleich mit ‘Where Is Your God’ einen räudigen und schnellen Bastard nach. Brutaler Gesang, High-Speed-Drumming und die totale Aggression flutet aus den Lautsprechern. ‘Varyags Of Miklagaard’ geht gemäßigter zur Sache, wohingegen mit ‘Tattered Banners And Bloody Flags’ der nächste Hit im Raume steht. Mit Hubschrauber-gleichen Drum-Einsätzen bricht auch hier der ungehobelte Nordmann-Charme durch, vor allem dann, wenn Hegg angriffslustig ins Mikro faucht. Fett.

Mehr als gelungen ist auch die Zusammenführung von Härte und Emotionen bei ‘Live For The Kill’. Die Cello-Metaller Apocalyptica träufeln mit herzzerreißendem Streicher-Einsatz eine besondere Brise Dramatik auf den kriegerischen Todesmarsch. Zum Ausklang des Albums geht es noch einmal gemäßigt zur Sache: ‘Embrace Of The Endless Ocean’ entlässt uns mit harschem Riffing und schönen Melodien in die endlose Stille.

Mit TWILIGHT OF THE THUNDER GOD legen Amon Amarth die Messlatte, die außer ihnen sowieso niemand erreichen kann, noch einmal ein Stück höher. Knackig, auf den Punkt gebracht und in knapp 44 Minuten die Schlacht gewonnen – so wünscht man sich ein perfektes Schwedentod-Album.


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